Massentierhaltung Tierschützer protestieren vor Lidl-Filiale in Berlin

Vor der Lidl-Filiale an der Kleiststrasse in Schöneberg beginnt das Deutsches Tierschutzbüro e.V. seine Kampagne gegen Massentierhaltung

Foto: Steffen Pletl

Vor der Lidl-Filiale an der Kleiststrasse in Schöneberg beginnt das Deutsches Tierschutzbüro e.V. seine Kampagne gegen Massentierhaltung

Das Deutsche Tierschutzbüro e.V. beginnt heute seine Kampagne gegen Massentierhaltung. Los ging es vor der Lidl-Filiale in Schöneberg.

Er ist weithin sichtbar, der Slogan des Deutschen Tierschutzbüros e.V.. "Wir geben Tieren eine Chance" steht unter anderem auf einem vier mal zwei Meter großen Aufsteller auf dem Lade-Bord eines Kleintransporters. Geparkt hat er am Freitag von 12.30 Uhr bis etwa 19 Uhr vor der Lidl Filiale an der Kleiststraße in Schöneberg.

Menschen sollen zum Nachdenken angeregt werden

"Wir wollen die Menschen zum Nachdenken anregen. Weniger Fleischkonsum bedeutet auch weniger Massentierhaltung" , sagt Lucas Christoffer vom Tierschutzbüro. Gemeinsam mit acht weiteren Aktivisten steht er vor der Lidl-Filiale und verteilt Info-Material.

Aus Sicht der Tierschützer tragen besonders Lebensmitteldiscounter wie Lidl zu enormem Tierleid bei, da sie Fleisch aus Massentierhaltung und nur wenige pflanzliche Alternativen anbieten. In den kommenden Monaten wird ein Plakat-Wagen des Deutschen Tierschutzbüros e.V. bundesweit vor rund 100 verschiedenen Lidl-Filialen zu sehen sein und Mitarbeiter des Tierschutzvereins werden Kunden zu einem tierleidfreien Abendessen ermutigen.

"Ich selber esse gar nicht so viel Fleisch. Doch es kann ja nicht schaden, sich mit der Thematik auseinander zu setzen", sagt die in Lichtenberg wohnende Seniorin. Peter Krösel aus Schöneberg ist es bereits zur Normalität geworden, auf den Verzehr von Fleisch zu verzichten. " Ich lebe seit etwa 30 Jahren vegan, und wie man sieht ohne Probleme", sagt der 76 Jahre alte Mann und radelt davon.

830 Millionen tote Tiere im Jahr

"Jährlich fallen ungefähr 830 Millionen Tiere der Lebensmittelindustrie zum Opfer. Aufgrund der tierquälerischen Haltungsbedingungen haben sie keine Möglichkeit ihr natürliches Verhalten auszuüben. Heißt es in einer Erklärung des Deutschen Tierschutzbüros.

Viele Konsumenten wüssten demnach nicht, unter welchen Bedingungen das Fleisch in der Kühltheke produziert wurde. Außerdem gerieten Landwirte aufgrund der enormen Menge billigen Fleisches unter Druck und müssten dies auf Kosten des Tierwohls produzieren.

Aus diesen Gründen wolle man im Laufe des Jahres bundesweit Lidl-Filialen in allen 77 deutschen Großstädten mit dem Plakat-Wagen angefahren, um Passanten für ein tierleidfreies Abendessen zu animieren.

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