Festival Lollapalooza-Festival zieht in den Treptower Park

2015 feierten die Lollapalooza-Fans auf dem Tempelhofer Feld, in diesem Jahr sollen sie umziehen

Foto: dpa Picture-Alliance / Tord Litleskare/CITYPRESS24 / picture alliance / CITYPRESS 24

2015 feierten die Lollapalooza-Fans auf dem Tempelhofer Feld, in diesem Jahr sollen sie umziehen

Radiohead und Kings of Leon kommen im September nach Berlin. Das Bezirksamt ist nicht begeistert – es fürchtet um die Pflanzen im Park.

Das Lollapalooza-Festival in Berlin hat einen neuen Standort gefunden. Die Veranstaltung, bei der in diesem Jahr Radiohead, Kings of Leon, New Order und Paul Kalkbrenner auftreten sollen, findet am 10. und 11. September im Treptower Park statt, wie die Veranstalter mitteilten. Im Bezirk Treptow-Köpenick stoßen die Pläne allerdings nicht nur auf Begeisterung.

Im vergangenen Jahr hatte das Lollapalooza mit rund 45.000 Besuchern seine Europapremiere auf dem Tempelhofer Feld gefeiert. Weil dort Flüchtlinge untergebracht sind, musste ein neuer Ort gefunden werden. "Geflüchtete gehen vor", sagt Bezirksstadtrat Rainer Hölmer (SPD), in Treptow-Köpenick zuständig für die Themen Bauen, Stadtentwicklung und Umwelt. Er habe den Wunsch, das Festival in den Treptower Park zu verlegen, dennoch "nicht mit großem Jubel" aufgenommen: Der Park werde derzeit "mit einigem Aufwand wieder hergerichtet, da drängt es sich nicht unbedingt auf, dort ein großes Festival zu veranstalten". Nach Senatsangaben gebe es jedoch keine andere ausreichend große Fläche, auf der das Lollapalooza stattfinden könne. Zugleich liege es im "gesamtstädtischen Interesse", das Festival in Berlin zu behalten.

In den USA zählt das vor 25 Jahren von Jane's Addiction-Sänger Perry Farrell ins Leben gerufene Lollapalooza zu den populärsten Festivals. Ableger gibt es auch in Chile, Argentinien, Brasilien und Kolumbien.

Als Headliner in Berlin haben sich in diesem Jahr die britische Band Radiohead und die US-Rocker von Kings of Leon angekündigt, die beide ein neues Album präsentieren werden. Erwartet werden zudem New Oder, James Blake und The 1975, Bilderbuch aus Österreich und die norwegische Newcomerin Aurora. Aus Deutschland sind Philipp Poisel, Milky Chance, Max Herre und die Beginner dabei, außerdem Paul Kalkbrenner, Alle Farben und Grammy-Preisträger Zedd. Außerdem soll es wieder Artistik, Kunst und In­stallationen geben.

Mit einer "Vielzahl von Auflagen", so Stadtrat Hölmer, soll sichergestellt werden, dass die Natur im Park möglichst wenig Schaden nimmt. Die vier Bühnen dürften nur auf Rasenflächen stehen, weil die leichter wiederherzustellen seien. Bäume und Sträucher müssten geschützt, Teile des Parks mit Zäunen abgesperrt werden, außerdem sei eine Vielzahl von Toilettenanlagen nötig. Der Veranstalter habe sein Einverständnis signalisiert.

In einer Online-Petition gibt es bereits Widerspruch gegen den neuen Standort: Auf der Plattform change.org werden Unterschriften gegen das Lollapalooza im Treptower Park gesammelt. Zur Begründung heißt es, im vergangenen Jahr habe das Festival auf der Betonplatte des ehemaligen Flughafens Tempelhof stattgefunden. Der Treptower Park sei aber eine der größten Grünflächen der Stadt: "So viele Besucher auf einmal werden definitiv die Pflanzen und Tiere im Park schädigen", schreibt der unter dem Namen "La Haine" angemeldete User, der die Petition eingestellt hat.

"Kein Interesse, den Park zur Eventfläche zu machen"

"La Haine" hat auch einen Vorschlag, wo die Bands stattdessen auftreten sollten: "Da die Veranstaltung nicht mehr auf dem ehemaligen Flughafen Tempelhof stattfinden kann, sollte sie auf die für Großveranstaltungen reservierte Fläche des Zentralen Festplatzes in der Nähe des Flughafens Tege verlegt werden."

Laut Mietbedingungen dürfen sich allerdings auf dem Zentralen Festplatz an der Grenze zwischen Mitte und Reinickendorf höchstens 15.000 Besucher aufhalten. Die Standortsuche wird deshalb 2017 weitergehen. Im Treptower Park soll dann nicht mehr gefeiert werden. Stadtrat Hölmer versichert, es gebe kein Interesse, "den Treptower Park zur Eventfläche zu machen."

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