Als erstes Bundesland Berlin plant Heim für homo- und transsexuelle Flüchtlinge

Flüchtlinge laufen am frühen Morgen zu den Wartebereich-Zelten am Lageso

Foto: Gregor Fischer / dpa

Flüchtlinge laufen am frühen Morgen zu den Wartebereich-Zelten am Lageso

Die Einrichtung wäre die erste ihrer Art in Deutschland. Die Eröffnung des neues Landesamts lässt indes weiter auf sich warten.

Schwule, lesbische und transsexuelle Flüchtlinge sollen in Berlin im Frühjahr eine eigene Unterkunft bekommen. "Wir sind optimistisch, dass das im März klappt", sagte ein Sprecher der Integrationsverwaltung am Montag. Zuerst hatte der "Tagesspiegel" darüber berichtet.

Das Heim solle Platz für 100 bis 120 Menschen bieten, sagte der Sprecher. Berlin sei das erste Bundesland, das eine solche Unterkunft bereitstelle. Homosexuelle und transgeschlechtliche Flüchtlinge seien in Unterkünften oft Gewalt ausgesetzt.

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Der Geschäftsführer der Schwulenberatung, die das neue Heim betreiben soll, Marcel de Groot, sagte: "Wir sind davon überzeugt, dass diese Unterkunft nötig ist." Er schätzte die Anzahl der homosexuellen und transgeschlechtlichen Flüchtlinge in Berlin auf 3500.

Zeitplan für neue Flüchtlingsbehörde weiter unklar

Der Eröffnungstermin des geplanten Landesamts für Flüchtlingsangelegenheiten bleibt weiter unklar. Sozialsenator Mario Czaja (CDU) wollte sich im Sozialausschuss des Abgeordnetenhauses nicht auf einen Zeitplan festlegen. Auch wo die Behörde angesiedelt sein wird, ließ er offen. Ende Januar würden die damit befassten Arbeitsgruppen jedoch "wesentliche Zwischenergebnisse" vorlegen, betonte der Senator.

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Die neue Behörde soll das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) ablösen, das wegen seines schlechten Flüchtlingsmanagements in die Kritik geraten ist. Am Montag begann dort der Unternehmensberater Sebastian Muschter seine Arbeit als kommissarischer Präsident. Sein Ziel sei, "so geordnete Verhältnisse wie möglich zu schaffen, damit das Landesamt dann tatsächlich mit einem echten Neustart seine Arbeit aufnehmen kann", sagte er. Die Lageso-Mitarbeiter sollten nicht mehr ständig Überstunden leisten müssen.

Auch vor Start der neuen Behörde verbessere sich die Situation der Flüchtlinge täglich, betonte Czaja. Die Registrierung sei stark beschleunigt worden. Derzeit würden in Berlin 600 Flüchtlinge pro Tag registriert, es kämen nur 300 neue an.

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