Wintersaison Ende Oktober liegt in Berlin gefühlt der erste Schnee

Jetzt geht es wieder los: Im Eisstadion Neukölln ist heute die Sommerpause vorüber, nun können Kinder und Erwachsene wieder ihre Kreise ziehen

Foto: JakobHoff / Jakob Hoff

Jetzt geht es wieder los: Im Eisstadion Neukölln ist heute die Sommerpause vorüber, nun können Kinder und Erwachsene wieder ihre Kreise ziehen

Es ist nicht mehr zu ändern: Die Temperaturen sinken. Ob Eishallen oder Reifenverkäufer – für viele geht die Wintersaison jetzt los.

Es ist deutlich spürbar. Die Kälte kommt. Die Bodentemperaturen sinken nachts auf unter null Grad. Zeit, am Auto die Winterreifen aufziehen zu lassen. Mit Schnee ist zwar noch nicht zu rechnen, doch die Winterdienst-Firmen haben ihre Touren schon durchgeplant. Jetzt ist auch die Zeit, die Schlittschuhe aus dem Keller zu holen.

Am heutigen Sonnabend beginnt die Saison im Horst-Dohm-Eisstadion in Wilmersdorf und im Neuköllner Eisstadion. Schon seit Ende September ist die Eislaufhalle im Sportforum Hohenschönhausen für Besucher geöffnet. Am 17. Oktober ist Saisonstart im Erika-Hess-Eisstadion in Wedding, am 31. Oktober auf der Bahn in Lankwitz.

Nicht Eisbahnen, sondern glatte Fahrbahnen haben die Autofahrer im Sinn, die ihr Fahrzeug jetzt mit Winterreifen ausrüsten. Denn Frost am Erdboden sei derzeit möglich, sagen die Meteorologen. Ein Problem zu Beginn der kalten Jahreszeit könne die Reifglätte werden, so ein Wetterexperte von Meteomedia. Autofahrer sollten sich darauf einstellen. "Besonders auf Brücken, die keine Erdwärme haben und sich stärker abkühlen als die Umgebung."

Jetzt werden die meisten Winterreifen gekauft

Die aktuelle Kälte hat zur verstärkten Nachfrage nach Winterreifen in den Fachgeschäften geführt. "Die meisten Kunden kaufen Pkw-Winterreifen", sagte eine Mitarbeiterin der Firma reifencom GmbH. Während Motorräder oft in der kalten Jahreszeit stehen bleiben, werden Roller noch länger oder sogar den Winter hindurch gefahren. "Aber das macht nur einen kleinen Bereich aus."

Die meisten Winterreifen würden von Ende September bis Ende November gekauft. Im Dezember lasse die Nachfrage nach, weil sich die Kunden schon auf Weihnachten einstellten. "Wenn es aber plötzlich schneit, kann der Bedarf ganz schnell wieder ansteigen."

Zwar ist mit einem plötzlichen Wintereinbruch jetzt noch nicht zu rechnen. Doch die Schneeräumdienste sind bereits vorbereitet. Rund 2000 Aufträge hat die Firma Alpina Schneedienst GmbH bereits angenommen. Die Touren der rund 20 Fahrzeuge starken Flotte sind durchgeplant.

Vor allem Gehwegmaschinen kommen zum Einsatz. Sie werden auf 17 verschiedenen Routen durch Berlin rollen, vor allem in Schöneberg, Wilmersdorf, Steglitz, Lichterfelde, Dahlem, Grunewald und Zehlendorf, in Mitte und Friedrichshain. Auf 22 weiteren Touren werden Schnee und Eis mit Schaufel und Besen beseitigt. "Wir sind bestens gerüstet", sagt Geschäftsführer Martin Gwiazdowski.

Rodelbahn am Potsdamer Platz öffnet Ende Oktober

Seit Anfang September ist das Personal rekrutiert. 70 Mitarbeiter werden eingesetzt. "Viele sind schon seit Jahren dabei." Mitte Oktober werde eine Probefahrt mit den neuen Fahrern gemacht. Man habe die Preise für den Winterdienst in diesem Jahr nicht erhöht, sagt der Geschäftsführer. Zwar seien die beiden vergangenen Winter weniger stressig gewesen. "Aber mehr als 80 Prozent der Kosten sind Vorhaltepauschalen."

Die Fahrzeuge müssten immer einsatzbereit sein. Miete für Lagerplätze sei zu zahlen, in denen Streugut aufbewahrt wird. "Auch bei einem mageren Winter bekommen die Mitarbeiter eine hohe Bereitschaftspauschale. Sonst würden sie woanders arbeiten, zum Beispiel als Kurierfahrer."

Die Preise seien gestaffelt. Bei einem Einzelgrundstück kann der Preis für 20 Meter Gehweg etwa 200 Euro zuzüglich Mehrwertsteuer kosten, für den gesamten Winter. Wenn mehrere Nachbarn Kunden sind, gebe es Rabatte. In Zehlendorf dürfen auf vielen Bürgersteigen keine Fahrzeuge eingesetzt werden, weil sie die Gehwegplatten beschädigen könnten. "Dadurch sind für uns einige Touren nicht mehr wirtschaftlich." Etwa in der Straße Am Fischtal seien 50 Grundstücke maschinell bearbeitet worden.

In drei Wochen liegt der erste Schnee

Jetzt habe man als Ersatz eine manuelle Reinigung angeboten, unter der Voraussetzung, dass sich mindestens drei Nachbarn für den Auftrag zusammenschließen, so dass wenigstens 50 Meter an Strecke zusammenkommen. "Damit sich die Handmaschine lohnt." Sie sei zwar nicht so teuer wie ein Räumfahrzeug, müsse aber von einem kleinen Lkw transportiert werden.

Ob es ein strenger Winter in Berlin wird, ist unklar. Der erste Schnee liegt dennoch schon in drei Wochen in Berlin – und zwar auf der Rodelbahn am Potsdamer Platz. Denn am 31. Oktober beginnt die Winterwelt, in der man auch Eislaufen und Eisstockschießen kann.

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