Vivantes-Klinikum Schwangere Frau im Krankenhaus abgewiesen - Baby stirbt

Die dreifache Mutter Nuray D. verlor Tochter Elif

Foto: Arno Burgi / dpa

Die dreifache Mutter Nuray D. verlor Tochter Elif

Die Berliner Kriminalpolizei prüft, ob das Vivantes-Klinikum Neukölln für den Tod eines ungeborenen Kindes verantwortlich ist.

Die Berliner Kriminalpolizei befasst sich derzeit mit dem Fall einer dreifachen Mutter, die Strafanzeige wegen unterlassener Hilfeleistung gegen das Vivantes Klinikum Neukölln gestellt hat. Nuray D. hatte am 18. Juli ihr Baby im Neuköllner Klinikum tot zur Welt gebracht.

Wie die Zeitung "BZ" berichtete, sei die 40-Jährige mehrfach von Mitarbeitern des Krankenhauses abgewiesen worden. Als Grund wurde ein überfüllter Kreißsaal angegeben. Erst als sich der Bruder der Schwangeren weigerte, zu gehen, sei die Frau untersucht worden. Dabei hätte eine Ärztin festgestellt, dass die Herztöne des Babys nicht mehr zu hören waren.

"Der Klinik ist ein Organisationsverschulden vorzuwerfen, da die Patientin unzureichend betreut wurde", sagte Rechtsanwältin Ruth Schultze-Zeu, die die Familie vertritt, der Zeitung. Die Kriminalpolizei prüft derzeit, ob der Tod des Kindes auf Fremdverschulden zurückzuführen ist. Das Klinikum will sich nicht zu den Vorwürfen äußern. "Wir sind sehr betroffen, aber wir bitten um Verständnis, dass wir uns aufgrund der laufenden Ermittlungen der Kriminalpolizei zu diesem Fall derzeit nicht äußern können", sagte eine Sprecherin auf Anfrage der Berliner Morgenpost.

Das Klinikum in Neukölln stand bereits wegen des Vorwurfs der Überlastung im Fokus der Öffentlichkeit. Die Rettungsstelle des Vivantes Krankenhauses ist für 25.000 Patienten pro Jahr angelegt. Im vergangenen Jahr wurden jedoch fast 80.000 Patienten verzeichnet. Um die Situation zu verbessern, plant das Klinikum einen Neubau mit Rettungsstelle, OP-Sälen und Intensivstationen.

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