Unfall

Regionalzug tötet Bahnarbeiter am S-Bahnhof Grunewald

Foto: Axel Billig

Ein Arbeiter ist am S-Bahnhof Grunewald an den Gleisen von einem Regionalzug erfasst worden. Der Mann starb noch am Unfallort. Seine Kollegen mussten das Unglück mitansehen.

Polizei und Feuerwehr wurden am Mittwoch zu zahlreichen Unglücken im Zugverkehr gerufen. Bei Arbeiten an Bahngleisen am S-Bahnhof Grunewald kam ein Arbeiter ums Leben, der offenbar von einem Regionalzug überrascht wurde. Wie genau es zu dem tragischen Unfall kommen konnte, war nach Angaben eines Sprechers der Deutschen Bahn zunächst unklar.

Das Unglück ereignete sich gegen 9:30 Uhr. Wie die Bundespolizei berichtete, waren vier Angestellte einer externen Firma mit Vermessungsarbeiten an den Bahngleisen beschäftigt. Diese sind nötig, damit auf der S-Bahnlinie 7 in Zukunft das Zugsicherungssystem ZBS eingebaut werden kann. Der 31-Jährige wurde von dem Regionalzug 18660 Richtung Golm erfasst und erlag noch an der Unfallstelle seinen schweren Verletzungen.

Der Mann war als Sicherheitsposten eingeteilt und unter anderem für das Warnen vor herannahenden Zügen verantwortlich. Von seinen drei Kollegen wurde einer verletzt und kam mit mehreren Frakturen ins Krankenhaus. Die zwei anderen Männer erlitten einen Schock und mussten ärztlich betreut werden, ebenso die Schaffnerin und der Lokführer.

In der Bahn saßen nach Angaben der Bundespolizei 120 Reisende, von denen keiner zu Schaden kam. Der Zug wurde umgesetzt und konnte anschließend nach Wannsee weiterfahren, wo die Fahrgäste ausstiegen. Die S7 war zwischen den Haltestellen Wannsee und Westkreuz für mehr als zwei Stunden gesperrt. Die Regionalexpress-Linien 1 und 7 wurden umgeleitet, außerdem kamen sechs Ersatzbusse zum Einsatz. Kurz vor Mittag wurde die Sperrung aufgehoben. "Wir bedauern diesen tragischen Unfall sehr", so der Bahn-Sprecher. Die genauen Umstände des Unfalls müssen noch von der Polizei ermittelt werden.

Fahrgäste beklagen Chaos

Auch bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) mussten am frühen Morgen Rettungskräfte zum Einsatz gerufen werden. Kurz vor acht Uhr geriet am Bahnhof Walther-Schreiber-Platz in Steglitz ein Mensch unter einen Zug der U9. Wenig später wurde bekannt, dass es sich dabei um Suizid handelte. Der U-Bahnverkehr war zwischen den Bahnhöfen Güntzelstraße und Rathaus Steglitz unterbrochen, die BVG richtete einen Ersatzverkehr mit Bussen ein.

Die umliegenden Bahnhöfe waren überfüllt, Augenzeugen berichteten von einem "Chaos". Auch, dass die Dauer der Unterbrechung nicht angesagt wurde, sorgte für Unmut. Dies werde bewusst nicht getan, da man nie sagen könne, wie lange ein Feuerwehreinsatz dauere, hieß es dazu von Seiten der BVG. Um 9.17 Uhr wurde die Sperrung aufgehoben, die Linie verkehrte aber anschließend noch unregelmäßig. Die BVG bat ihre Fahrgäste, "mehr Zeit einzuplanen".

Diese war auch in Oberschöneweide nötig. Dort wurde ein 84-jähriger Mann von einer Straßenbahn erfasst und umgehend ins Unfallkrankenhaus Marzahn eingeliefert. Die Linien 27, 63 und 67 verkehrten ab 8.38 Uhr für drei Stunden nicht wie gewohnt und mussten aufgeteilt beziehungsweise umgeleitet werden. Nur eine halbe Stunde später geriet auf der Rhinstraße in Lichtenberg ein Pkw ebenfalls auf die Gleise der Tram. Der 70-jährige Fahrer wollte offenbar wenden, es kam zur Kollision mit der Tram, bei der die 70-jährige Beifahrerin schwer verletzt wurde. Die Linien M17, 27 und 37 und der Straßenverkehr waren für zwei Stunden unterbrochen.

Noch nicht ganz beendet sind die Störungen des BVG-Informationssystems "Daisy". Der Softwarefehler, der in den vergangenen Wochen zu Ausfällen bei der Anzeige der Abfahrtszeiten an den Haltestellen und der Beschilderung der Busse geführt hatte, sei zwar behoben, so die BVG. Da man kürzlich in eine neue Leitzentrale umgezogen sei, könne es in den nächsten zwei bis drei Wochen dennoch zu kurzen Ausfällen von "Daisy" kommen.

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