Der Kurznachrichtendienst Twitter hat Gerüchte dementiert, das Unternehmen wolle seine Deutschland-Zentrale von Berlin nach Hamburg verlegen.

Rowan Barnett, Director Market Development & Media im deutschprachigen Raum, sagte: „Wir ziehen nicht nach Hamburg.“ Zuvor hatte das „Hamburger Abendblatt“ berichtet, Twitter habe die Suche nach einer Immobilie für eine Deutschland-Zentrale in der Hamburger City praktisch abgeschlossen.

In Hamburg sitzen mehrere große Verlagshäuser und Werbeagenturen, diese Nähe wolle Twitter nutzen, um seine digitalen Werbeflächen zu verkaufen, schrieb die Zeitung. Auch Google und Facebook haben ihren Deutschland-Sitz in Hamburg.

Ab August will Twitter hingegen eine eigene Vermarktungsabteilung aufbauen, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Die Leitung des Teams übernimmt Thomas de Buhr, der ab August Chef von Twitter Deutschland wird.

Wo das geplante Vermarktungsteam seinen Sitz haben werde, „wurde noch nicht offiziell bekanntgegeben“, so Barnett.

Mitte Juni war Twitter als prominentestes Unternehmen in den Start-up-Campus Factory zwischen Rheinsberger und Bernauer Straße in Berlin-Mitte gezogen.

Twitter hat 1,4 Millionen aktive Nutzer in Deutschland

Twitter ist in Deutschland bislang nicht so populär wie in den USA, Großbritannien oder in Ländern wie der Türkei. Nach einer Anfang März vom "Focus" veröffentlichten Studie von Peerreach sind im deutschsprachigen Raum (Deutschland, Österreich, Schweiz) 8,9 Millionen Menschen bei Twitter angemeldet, aber nur 1,4 Millionen als Verfasser von Kurzmitteilungen aktiv. Die Herausforderung für Twitter besteht darin, das Interesse an einzelnen Tweets in eine dauerhafte Bindung der Nutzer umzusetzen.

Das Nutzerwachstum ist nach dem Börsengang im vergangenen Jahr zu einer Schlüsselfrage für den Kurznachrichtendienst geworden. Im Schlussquartal waren trotz des Börsenrummels lediglich neun Millionen Nutzer hinzugekommen. Danach war die Aktie abgesackt. Twitter hatte zum Jahreswechsel insgesamt 241 Millionen Nutzer weltweit.

epd/dpa/bee