Alle Berliner Schwimmbäder bleiben erhalten, in den kommenden Jahren werden sogar zwei neue Multifunktionsbäder in Pankow und Mariendorf gebaut. Schulen, Kitas sowie Sportvereine können die Bäder auch künftig kostenlos nutzen. Diese Eckpunkte des „Bäderkonzepts 2025“, das der Senat in der vergangenen Woche beschlossen hatte, hoben am Donnerstag Sportsenator Frank Henkel (CDU) und Abgeordnete der Koalition bei einer Debatte im Abgeordnetenhaus hervor.

Mit dem Konzept werde eine ortsnahe Versorgung zu sozialverträglichen Preisen ermöglicht, sagte Henkel. Gleichzeitig werde den Bäderbetrieben auferlegt, den Kurs zu mehr Wirtschaftlichkeit konsequent fortzuführen. Schwimmen gehöre zur Daseinsvorsorge, betonten die Sportexperten Peter Trapp (CDU) und Dennis Buchner (SPD).

Angesichts des Sanierungsstaus von 93 Millionen Euro müsse bei den kommenden Haushaltsberatungen eine Erhöhung des Landeszuschusses an die Bäder durchgesetzt werden. Der beträgt derzeit 50 Millionen Euro pro Jahr. „Das neue Bäderkonzept gibt dem Schul- und Vereinssport sowie allen Freizeitschwimmern eine gute Perspektive“, sagte CDU-Fraktionschef Florian Graf.

Opposition: Konzept ist nicht sozialverträglich

Die Opposition kritisierte dagegen, das Konzept lasse viele Fragen offen. Anja Schillhaneck (Grüne) vermisste präzise Angaben, wie der Sanierungsstau aufgelöst werden soll. Zudem müsse das Tarifkonzept überarbeitet werden. Seit Januar 2014 kostet eine Einzelkarte 5,50 Euro (vorher 4,50 Euro). Das sei für viele Berliner zu teuer, rügte Schillhaneck. Außerdem sei nicht einzusehen, dass für die beiden neuen Bäder nur Tageskarten zum Preis von 7,50 Euro vorgesehen seien.

Das sei nicht sozialverträglich für Menschen, die nur eine Stunde schwimmen wollten. Wie die Bäderlandschaft im Jahr 2025 aussehen soll, stehe gar nicht im Konzept, sagte Gabriele Hiller (Linke). Ein Personalkonzept fehle ebenso. Andreas Baum von den Piraten sprach von „widersprüchlicher Flickschusterei“. Einerseits werde darauf verwiesen, dass Neubauten meist preiswerter und effizienter seien als Sanierungen. Andererseits halte der Senat daran fest, alte Hallen instand zu setzen.

ab