Neugestaltung

Beim Kulturforum ist weiter Geduld angesagt

Senatsbaudirektorin Regula Lüscher fordert für die Gestaltung des Kulturforums Geduld. Bisher befindet sich dort nach wie vor eine öde Brache. Nun haben Studenten städtebauliche Lösungen präsentiert.

Foto: Marie Poth

Die Häuser sind gefüllt, der Platz bleibt leer. Das Kulturforum ist nach wie vor eine öde Brache. Ein Ort, der nicht zum Verweilen einlädt, sondern eher zum Verschwinden anregt oder gerade mal zum schnellen Vorbeifahren geeignet ist – auf der Potsdamer Straße, die dem längst überkommenen Geiste der autogerechten Stadt entspricht. Schnell weg hier, scheint denn auch der Impuls der vielen Besucher von Philharmonie, Neuer Nationalgalerie oder Staatsbibliothek. Doch wie kann, wie sollte der Raum zwischen solch herausragender Architektur wie Hans Scharouns Philharmonie und Ludwig Mies van der Rohes Neuer Nationalgalerie aussehen?

"Masterplan auf Vorrat sinnlos"

"Die Optionen" war am Montagabend die dritte Runde der aktuellen Diskussionsreihe in der Akademie der Künste zur Zukunft des Kulturforums überschrieben. Landschaftsgestalterische und städtebauliche Möglichkeiten sollten debattiert, Visionen von Studenten präsentiert werden. Vorweg: Der große Wurf einer längerfristigen Lösung, den unwirtlichen Raum zu beleben, ist nicht in Sicht.

"Das Kulturforum zu bashen, bringt nichts", sagte Senatsbaudirektorin Regula Lüscher. Es gebe sanfte Schritte für eine Aufwertung durch den Start der Freiraumgestaltung, die zum Einstieg in die Debatte gleich eine lange Wunschliste präsentierte. Obenan: Das Kulturforum solle nicht nur für das 21. Jahrhundert, sondern am besten auch für die nachfolgenden Jahrhunderte ein lebendiger Ort der Kunst und Kultur werden. Dafür brauche es, so Lüscher, Geduld, aber zu allererst "ein inhaltliches Nutzungskonzept und eine Finanzierung".

Ein Masterplan auf Vorrat sei sinnlos, solange die Fragen neuer Musemsbauten, möglicher Standorte oder des Umzugs der Gemäldegalerie nicht geklärt seien.

10,5 Millionen Euro für Freiraumplanung

Die angekündigten Entwürfe von Architekturstudenten wurden nur kurz präsentiert. Wilfried Wang, stellvertretender Direktor der Sektion Baukunst in der Akademie der Künste und Professor an der Austin School of Architecture in Texas, stellte eine Auswahl der Arbeiten seiner Studierenden vor: "Shared Space" – verkehrsbefreite Freiflächen in Granit oder "Scharoun 2.0", eine Neuinterpretation von Scharouns Idee eines Gästehauses in Form von drei Baukörpern. Matthias Sauerbruch, Berliner Architekt und Professor der Berliner Universität der Künste, verwies nur darauf, dass die Entwürfe seiner Studenten in der Akademie zu sehen seien.

Stattdessen nutzte er seine Redezeit, um "Essentials" für die Zukunft des Kulturforums zu formulieren. Sauerbruch setzt auf die Befreiung des Ortes vom Individualverkehr sowie auf einen neuen östlichen Eingang der Philharmonie bis hin zu einem Bau einer zeitgenössischen Variante von Scharouns Gästehaus.

Regula Lüscher blieb pragmatisch und informierte, dass für die aktuelle Freiraumplanung insgesamt 10,5 Millionen Euro zur Verfügung stehen. Im Sommer startet die Gestaltung nach den Entwürfen der Landschaftsplaner "Valentin und Valentin". Die oberirdischen Parkplätze verschwinden zugunsten von mehr Grün. Das dies allein das Kulturforum nicht belebt, darin war man sich einig. Aber ein Anfang ist gemacht.

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