In Dresden wird an diesem Donnerstag und Freitag mit zahlreichen Aktionen an die Zerstörung der Stadt im Zweiten Weltkrieg gedacht. In Berlin wollen am Abend Anhänger der radikalen Partei „Die Rechte“ den Jahrestag als Anlass für eine Demonstration nehmen. Angemeldet sei eine Versammlung am Brandenburger Tor ab 20 Uhr, teilte ein Sprecher der Polizei am Donnerstagmorgen mit. Erwartet werden bis zu 40 Teilnehmer der Demonstration.
Anmeldungen für Gegendemonstrationen sind der Polizei noch nicht bekannt. Da jedoch erst am Mittwochabend offiziell bekannt gegeben wurde, dass Rechte an dem symbolträchtigen Ort mitten in Berlin demonstrieren dürfen, ist von Gegenaktionen auszugehen. Einzelne Politiker wie etwa die Berliner Grünen-Abgeordnete Clara Herrmann riefen bereits im Internet bei Twitter dazu auf, ein Zeichen gegen die Veranstaltung zu setzen. Die Polizei betrachtet die Versammlung der Rechten am Abend als potentiell konfliktträchtig. Die Partei „Die Rechte“ gilt als Sammelbecken von Rechtsextremen aus bereits verbotenen Gruppierungen.
Rechtsextreme ziehen mit Fackeln durch Dresdens Altstadt
In Dresden nutzten Rechtsextreme bereits am Vorabend des Gedenkens die Bühne der Dresdner Altstadt für ihre ideologischen Zwecke. Zum Unmut vieler Bürger und unter lautem Protest von mehr als 1000 Gegendemonstranten zogen am Mittwochabend rund 500 Rechte mit Fackeln vom Theaterplatz vor der Semperoper zum Rathaus und weiter zum Hauptbahnhof. Damit gelang den Rechtsextremen das erste Mal seit Jahren wieder ein Demonstrationszug durch die Altstadt. Er war ordnungsgemäß angemeldet worden.
Zu den Protesten gegen die Neonazi-Demo hatten unter anderem Gewerkschaften, die evangelische Kirche und der Ausländerrat der Stadt aufgerufen. Auch Dresdens Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU) forderte die Bürger auf, ein klares Bekenntnis gegen Gewalt und Hass abzugeben. Der Missbrauch dürfe nicht ohne Reaktion geschehen, sagte sie.
Auch am heutigen Jahrestag der Zerstörung der Stadt durch alliierte Bombenangriffe vor 69 Jahren wollten Neonazis in Dresden demonstrieren. Der Aufmarsch findet nun allerdings nach Polizeiangaben doch nicht statt. „Die Veranstaltung wurde abgesagt“, sagte ein Sprecher der Dresdner Polizei am Donnerstagmorgen.
cbr/dpa




