Der Bau der U-Bahn durch Berlins historische Mitte droht noch mehr in Verzug zu geraten. Nach drei Monaten Stillstand sollten am heutigen Montag die Arbeiten am künftigen U-Bahnhof Museumsinsel wieder aufgenommen werden. Darauf hatten sich die BVG und der Baukonzern Bilfinger vor zwei Wochen geeinigt.
Doch der Wintereinbruch verhindert die geplanten Bohrungen, mit deren Hilfe ein sogenannter Aussteifungsrost in die Baugrube eingebracht werden soll. Diese Zwischenschicht aus Beton dient – analog eines Zwischenbodens in einem Regal – der Stabilisierung der bis zu 42 Meter tiefen Baugrube, die einem erheblichen Druck des Grundwassers standhalten muss.
„Der Boden ist gefroren, da kann nicht gearbeitet werden“, sagte BVG-Sprecherin Petra Reetz am Sonntag. Die Bauleute hoffen nun auf das angekündigte Tauwetter, damit die Zwangspause möglichst kurz ausfällt. Nur dann könne die im Oktober 2013 wegen Grundwasser-Problemen gestoppte Tunnelbohrmaschine „Bärlinde“ wie geplant Ende März, spätestens Anfang April ihre Arbeit wieder aufnehmen.
Seit Ende Oktober 2013 kommen die Arbeiten an dem umstrittenen Prestige-Projekt kaum noch voran. Grund dafür sind die erheblichen Probleme mit dem Grundwasser, das stärker als gewünscht in die Baugrube zwischen Schloßplatz und Deutschem Historischen Museum drückt. Erst nach den Gutachten zweier unabhängiger Experten gab es jetzt grünes Licht für einen Fortgang der Arbeiten.
Der zuletzt mit 525 Millionen Euro veranschlagte Lückenschluss im Berliner U-Bahn-Netz liegt nach Informationen der Berliner Morgenpost bereits mehr als sechs Monate im Rückstand. Offiziell sagt die BVG jedoch, dass die 2,2 Kilometer lange Tunnelstrecke zwischen Alexanderplatz und Brandenburger Tor noch im Zeitplan liege und wie geplant Ende 2019 in Betrieb genommen werden könne.
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