Auf Bürgersteigen in Berlin soll künftig grundsätzlich Leinenzwang für Hunde herrschen. Darauf haben sich nach Informationen der Berliner Morgenpost die Teilnehmer des sogenannten Bello-Dialogs verständigt. Verbraucherschutzsenator Thomas Heilmann (CDU) hatte den Dialog im vergangenen Jahr initiiert, um den Dauerstreit zwischen Hundehaltern und Nicht-Hundehaltern zu schlichten. Die Vorschläge sollen in das neue Hundegesetz einfließen, das Heilmann am kommenden Mittwoch vorstellen will. Es soll 2014 in Kraft treten.
Der Leinenzwang gilt bislang bereits zum Beispiel für Wälder, Parks, öffentliche Gebäude, öffentliche Verkehrsmittel, Geschäfte und Fußgängerzonen. Eine Ausweitung auf die Gehwege im Stadtgebiet wäre eine gravierende Änderung, dieses Gebot gilt aber auch in anderen deutschen Großstädten. Dem Vernehmen nach wird es Ausnahmen vom Leinenzwang geben, wenn erfahrene Hundehalter ihre Eignung nachweisen können und die Hunde demonstrieren, dass sie gehorchen und „bei Fuß“ gehen. Zum Ausgleich für die Verschärfung des Leinenzwangs sollen weitere Hundegärten in Berlin eingeführt werden, in denen die Hunde dann ohne Leine frei herumlaufen können.
Ins Gesetz aufgenommen werden soll offenbar auch der Sachkundenachweis für Hundehalter, umgangssprachlich Hundeführerschein genannt. Diesen Nachweis muss dabei haben, wer mit seinem Hund unterwegs ist. Kritiker bemängeln, dass die Ordnungsämter bereits heute nicht in der Lage sind, die Einhaltung des Hundegesetzes zu kontrollieren. Befürworter sagen, der Kontrollaufwand werde nicht größer.
Laut Senatsverwaltung sind in Berlin etwa 110.000 Hunde gemeldet. Vermutet wird eine Dunkelziffer von weiteren 40.000 Tieren.
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