Mehrere Monate früher als geplant wird Stadtentwicklungssenator Michael Müller (SPD) die Friedrichstraße in Mitte Anfang Dezember für den Autoverkehr wieder öffnen. Zumindest einspurig soll der Verkehr dann wieder über die Kreuzung Unter den Linden führen. Das hatte Müller vor wenigen Tagen verkündet.
Nicht berücksichtigt wurde dabei offensichtlich jedoch, dass an dieser Stelle eine Eisstockbahn auf der Fahrbahn aufgebaut wurde. Veranstalter Francesco Mazuhn will ab dem kommenden Montag bis zum 31. Dezember die jeweils 15 Meter langen Eisbahnen zum Eisstockschießen vermieten. Und er hat eine Genehmigung für diese Anlage. Allerdings auf Widerruf. Und davon hat die Senatsverwaltung Gebrauch gemacht. Die Eisfläche muss in einer Woche wieder abgebaut werden und umziehen.
Als die Eisbahn genehmigt wurde, sei man noch davon ausgegangen, dass die Straße frühestens im Frühjahr 2014 für den Straßenverkehr geöffnet werden kann. Nun sei man mit diesem Bauabschnitt deutlich früher fertig, sagte Daniela Augenstein, Sprecherin der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung. „Die Straßeneröffnung ist von übergeordnetem Interesse“, begründete die Sprecherin die Entscheidung der Behörde.
Möglicher neuer Standort sei sehr attraktiv
„Es ist im Interesse aller Geschäftsleute und sicherlich der meisten Berliner, dass die Kreuzung Friedrichstraße/Unter den Linden so schnell wie möglich wieder geöffnet wird“, sagte Augenstein. „Es ist nicht tragbar, diese stark frequentierte Straße wegen einer Eisbahn länger als nötig geschlossen zu lassen.“ Man werde aber behilflich sein, eine Ersatzfläche zu finden. „Wir haben am vergangenen Freitag auch Gespräche mit dem Veranstalter geführt und arbeiten gemeinsam mit dem Bezirk Mitte an einer neuen Idee.“ Der mögliche neue Standort sei sehr attraktiv.
Der Veranstalter der Eisstockbahn betont, er stehe weiter zu Gesprächen zur Verfügung. Er zeigte sich jedoch enttäuscht, dass von Seiten des Senats bisher keine Kommunikation erfolgt sei. „Eine konkrete Entscheidung über die Öffnung der Friedrichstraße für den Verkehr wurde mir bis jetzt nicht mitgeteilt“, sagte er der Berliner Morgenpost. Er habe eine Genehmigung und sei bereits nahezu ausgebucht. In den vergangenen Jahren war die Bahn auf der Mittelpromenade Unter den Linden.
ag





