Nach dem Unfalltod eines 17-Jährigen muss ein damaliger Fahrer der Berliner Stadtreinigung (BSR) 7200 Euro Geldstrafe zahlen. Ein Berliner Amtsgericht verurteilte den 61-Jährigen am Freitag wegen fahrlässiger Tötung. Der Müllwerker hatte den Schüler am 21. Juni 2012 im Stadtteil Staaken in einer Sackgasse beim Rückwärtsfahren erfasst und 138 Meter unter dem schweren Fahrzeug mitgeschleift.
Gericht kritisiert laxe BSR-Praxis
Der BSR-Mitarbeiter hatte entgegen den Anweisungen seines Arbeitgebers seine Kollegen nicht als Einweiser eingesetzt. Der Berliner entging aber der von der Staatsanwaltschaft geforderten Freiheitsstrafe von sechs Monaten zur Bewährung. Die BSR habe die offenkundig laxe Praxis der Müllfahrer geduldet, argumentierte das Gericht. Es sei erschreckend, dass den Müllfahrern bis heute nicht bewusst genug ist, ohne Einweiser nicht rückwärts zu fahren.
Das Gericht gab dem Schüler, der über Kopfhörer laut Musik gehört hatte, eine gewisse Mitschuld. Wer einen großen Müllwagen mit lautem Piepton und Warnlicht nicht sieht, macht einen groben Fehler, urteilte der Richter. Der BSR-Mitarbeiter hat sich bei der Familie des Opfers entschuldigt. Von seinem Posten als Fahrer wurde der 61-Jährige mit einer Gehaltskürzung heruntergestuft.
dpa/ap



