Ein kurzer, aber heftiger Herbststurm hat am Sonnabendnachmittag in Berlin Teile des Bahnverkehrs lahmgelegt. Nach Angaben eines Bahnsprechers wurde zwischen 15.40 Uhr und 17.30 Uhr der Verkehr zwischen Bahnhof Zoo und Friedrichstraße unterbrochen, weil im Stadtteil Tiergarten in der Höhe der S-Bahnstation Bellevue ein Baum auf die Schienen stürzte. Davon waren sowohl der Regional- und Fernverkehr als auch die S-Bahn-Linien S5, S7 und S75 betroffen.

Fahrgäste wurden gebeten, nach Möglichkeit auf U-Bahnen und Busse umzusteigen und den Bereich weiträumig zu umfahren. Gegen 17.15 Uhr war die Strecke wieder frei für den Regional- und Fernverkehr. Ein Viertelstunde später konnten auch die S-Bahnen wieder rollen.

50 wetterbedingte Einsätze

Heftiger Wind und starker Regen hielten am Nachmittag auch die Feuerwehr auf Trab. Insgesamt hatten die Einsatzkräfte zwischen 15.30 Uhr und 17 Uhr knapp 50 wetterbedingte Einsätze zu bewältigen, anschließend wurde es nach Angaben eines Sprechers wieder ruhig.

Die Einsatzkräfte rückten aus wegen umgestürzter Bäume und herumfliegender Bauteile. Auch Keller liefen voll, Straßen wurden überflutet. Betroffen war das gesamte Stadtgebiet. In Kladow stürzte ein Baum auf das Dach eines Einfamilienhauses. Verletzt wurden nach Feuerwehrangaben niemand.

Auch an der Rathausstraße in Lichtenberg mussten die Feuerwehr und das THW tätig werden. Durch Windböen lösten sich Teile eines Daches und drohten herabzustürzen. Die Unglücksstelle wurde abgesperrt.

Erst am vergangenen Donnerstag hatte ein Sturm in der Stadt erhebliche Schäden verursacht. Die Feuerwehr rückte zu etwa 150 Einsätzen aus. Das Unwetter war ohne Vorwarnung über das Stadtgebiet gezogen.

Schäden auch in Brandenburg

Die Herbststürme haben am Wochenende auch in Brandenburg Schäden angerichtet. Vor allem in Potsdam und Brandenburg/Havel musste die Feuerwehr am Sonnabendnachmittag ausrücken, um entwurzelte Bäume und abgebrochene Äste oder Kronen zu beseitigen.

In beiden Städten gab es nach Angaben der Behörden etwa 20 Einsätze. „Das war eine Sturmfront, die durchgezogen ist. Nach etwa 20 bis 30 Minuten war es vorbei“, sagte ein Sprecher der Feuerwehr in Potsdam am Sonntag. Mehrere Autos seien beschädigt worden.

Bereits am Freitagabend waren in Prenzlau (Uckermark) drei Wagen demoliert worden. Ein Baugerüst war vom Sturm umgefegt worden und auf sie gefallen. Angaben zum Sachschaden gab es zunächst nicht.

BMO