Ausgrabungsstätte
Flughafen Tempelhof wird archäologisch erforscht
Forscher suchen auf dem Gelände nach neuen Erkenntnissen über die NS-Zwangsarbeiterlager und das KZ Columbiahaus.
Der frühere Flughafen Tempelhof in Berlin wird zur archäologischen Ausgrabungsstätte. Erste Ergebnisse der Forschungsarbeiten, die in dieser Woche begonnen haben, werden Ende August erwartet, teilte die Senatsverwaltung für Umwelt am Freitag mit. Ziel sei es insbesondere, neue Erkenntnisse über die NS-Zwangsarbeiterlager und das KZ Columbiahaus zu gewinnen, die auf dem Gelände betrieben wurden.
Das Tempelhofer Feld diente im 19. Jahrhundert als Ausflugsgelände sowie als Exerzierfeld mit Kaserne und Militär-Arrestanstalt. 1923 wurde dort als einer der ersten Verkehrsflughäfen der Welt der Flughafen Tempelhof eröffnet.
Im Nationalsozialismus wurde die Militär-Arrestanstalt zum KZ Columbiahaus umgebaut. Außerdem wurden auf dem Gelände Lager für Zwangsarbeiter eingerichtet, die unter anderem für den Bau eines neuen Flughafengebäudes, des Sagebiel-Baus, eingesetzt wurden. Ab Mai 1940 mussten die Zwangsarbeiter Bomber für die Weser Flug AG herstellen.
Die Nazis betrieben auf dem Flughafengelände mit dem "Lilienthal-Lager II" und dem "Richthofen-Gemeinschaftslager" zwei größere Zwangsarbeiter-Lager sowie mindestens fünf weitere Lager. In der Nachkriegsgeschichte wurde Tempelhof vor allem durch die Berliner Luftbrücke von 1948 bis 1949 in aller Welt bekannt. Das Flugfeld wurde mit Unterbrechungen bis 2008 für den zivilen Flugverkehr, bis 1993 auch durch die US-Armee genutzt.















