23.06.12

Bunter Umzug

700.000 Menschen feiern Christopher Street Day in Berlin

Berlin steht wieder im Zeichen des Regenbogens: Die Berliner Morgenpost ist mit dem größten Truck beim CSD vertreten und berichtet live.

Foto: DPA

Berlin im Ausnahmezustand: Hunderttausende Menschen haben am Sonnabend in Berlin mit einem schrill-bunten Umzug den Christopher Street Day gefeiert.

26 Bilder

Weniger Karneval, mehr Protest: Berlin hat einen politischen Christopher Street Day (CSD) erlebt wie lange nicht mehr. Zum 34. Mal gingen Schwule und Lesben am Sonnabend in der Hauptstadt für mehr Toleranz auf die Straße. Spaß und Party standen bei der bunten Parade mit 700.000 Teilnehmern zwar wie üblich im Vordergrund. Doch mit einigen Aktionen erinnerte die Parade daran, dass der CSD eine politische Demonstration ist.

So wählten die Veranstalter dieses Mal eine "politische Route": Vorbei am Abgeordnetenhaus, am Mahnmal für die verfolgten Homosexuellen am Potsdamer Platz, am Reichstag sowie an der russischen Botschaft. Laut Polizei gab es bis zum Abend keine Zwischenfälle.

Die Berliner Morgenpost und Kaiser's sind mit dem größten CSD-Wagen unterwegs. An den Plattenspielern steht DJ Marusha.

Video: Der Truck der Berliner Morgenpost

Unsere Reporter twittern und fotografieren mit der App Instagram vom Wagen. Folgen Sie dem Twitter-Account @bmonline_live

Die Fotos unserer Twitter-Reporter

Eröffnet wurde der 34. CSD von Berlins Regierendem Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) sowie den Botschaftern von Großbritannien und den USA und einem Gesandten der Niederlande. "Solange es Diskriminierung in der Gesellschaft gegen Homosexualität gibt, ist es wichtig, dagegen auf die Straße zu gehen", sagte Wowereit. In vielen Bereichen gebe es keine Gleichstellung, zum Beispiel in der Ehe oder im Erbrecht.

CSD wird politischer

Im Fokus stand in diesem Jahr Russland. Die CSD-Veranstalter kritisierten das seit März in St. Petersburg und anderen russischen Regionen geltende Verbot sogenannter "Propaganda für Homosexualiät", wonach Händchenhalten unter Gleichgeschlechtlichen oder das Schwingen der Regenbogenfahne gegen die Meinungs- und Versammlungsfreiheit verstößt. Seit geraumer Zeit mahnt das Auswärtige Amt Schwule und Lesben deshalb zur Vorsicht.

Volker Beck rief die Bundesregierung dazu auf, das Gesetz zu verurteilen und sich dafür einzusetzen, dass es nicht landesweit umgesetzt wird. Sollte es die Duma beschließen, sei dies ein Verstoß gegen die Pflichten zur Einhaltung der Menschenrechte, die sich Russland als Europaratsmitglied auferlegt habe, unterstrich der Politiker. Nahe der russischen Botschaft wurden die Teilnehmer mit Konfettikanonen beschossen als Zeichen, dass "wir uns den Protest von Russland nicht verbieten lassen", sagte CSD-Geschäftsführer Robert Kastl. Ein Bild zeigte den russischen Präsidenten Wladimir Putin und Premier Dmitri Medwedew als Pärchen.

Mit dem CSD wird an das erste bekannt gewordene Aufbegehren von Homosexuellen und anderen sexuellen Minderheiten gegen Polizeiwillkür in der New Yorker Christopher Street in Greenwich Village am 27. Juni 1969 erinnert. Die erste Parade in Berlin fand am 30. Juni 1979 statt.

Quelle: BMO
© Berliner Morgenpost 2013 - Alle Rechte vorbehalten
Die Favoriten unseres Homepage-Teams

Endspurt: Die Baukräne am Kapelle-Ufer drehen sich für das Bildungsministerium. Es soll 2014 fertig sein.
22.05.13Baustellen
Es geht voran - In Berlin werden doch Großprojekte fertig

Eines der größten Bauvorhaben des Bundes in Berlin geht in die Zielgerade. Für den Neubau des Innenministeriums wurde jetzt Richtfest gefeiert. Auch andere große Bauvorhaben in Mitte kommen gut voran. mehr...


Sängerin Beyoncé ist in der O2 World in Friedrichshain zu Gast
22.05.13Terminvorschau
Das bringt der Tag in Berlin am Donnerstag

Berlin hat jeden Tag Neues zu bieten. Politische Termine, Demonstrationen, Prozesse, Theater, Konzerte. Hier finden Sie eine Auswahl der Berliner Morgenpost für Donnerstag, den 23. Mai. mehr...


Spurensicherung im Londoner Stadtteil Woolwich. Hier wurde ein Mann mit einer Machete getötet
Aktualisiert vor 52 MinutenMit Machete ermordet
Tödlicher Attacke in London war offenbar Terrorakt

In London ist ein Mann mit einer Machete getötet worden. Laut Premierminister Cameron gebe es "starke Anzeichen" für einen terroristischen Hintergrund. Videos zeigen Teile des Geschehens. mehr...


Der SPD-Landesvorsitzende Jan Stöß war von der großen Mehrheit für seinen Vorschlag selbst überrascht
22.05.13Landespolitik
Berliner SPD-Vorstand billigt Bundestagsliste von Jan Stöß

Erfolg für den SPD-Landesvorsitzenden Jan Stöß: Der Landesvorstand hat am Mittwochabend seinem Vorschlag für die Bundestagsliste mit großer Mehrheit zugestimmt. Spitzenkandidatin soll Eva Högl werden. mehr...

Leser-Kommentare Kommentare
Leserkommentare sind ausgeblendet.
Kommentare einblenden
Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

Die Moderation der Kommentare liegt allein bei MORGENPOST ONLINE.
Allgemein gilt: Kritische Kommentare und Diskussionen sind willkommen, Beschimpfungen / Beleidigungen hingegen werden entfernt. Wie wir moderieren, erklären wir in der Netiquette.
blog comments powered by Disqus
Top-Thema
title
Start-ups in Berlin

Gründerzeit: Die Serie und das Blog der Berliner Morgenpost.

Video Nachrichten mehr
Oklahoma Wiedersehen nach dem schweren Tornado
Umzug Karneval der Kulturen 2013 - Berlin ist bunt
US-Kongress Apple verteidigt Steuersparmodell
Xbox One Microsoft stellt neue Spielkonsole vor
Top Bildershows mehr
Jeden Tag

Kopfnoten für Politiker, Manager und Prominente

Willkommen in Berlin

Hurra, ich bin da! Das sind Berlins süße Babys

Fotogalerie

Das sind die Berliner Bilder des Tages

Bilder von oben

Das zerstörte Oklahoma City aus der Luft

In eigener Sache
Weitere Morgenpost Angebote