Schon wieder gibt es in Berlin Ärger mit einer riesigen Deutschlandfahne. Wie vor zwei Jahren bei der Fußball-WM in Südafrika hat sich erneut ein Geschäftsmann im Multikulti-Bezirk Neukölln wegen einer 220 Quadratmeter großen Flagge in Schwarz-Rot-Gold in die Nesseln gesetzt – diesmal bei den Behörden. Der Gastwirt Abdul Güzel hatte das gigantische Banner vor seiner Kneipe über die Straße gespannt. „Wir haben die professionell mit Stahldrähten befestigt“ sagte er am Dienstag. Wegen Sicherheitsbedenken musste Güzel aber kurz die Fahne danach abnehmen. Anwohner hatten besorgt das Ordnungsamt verständigt.
„Die Fahne war nicht richtig befestigt, und einige Fenster wurden verdeckt,“ begründete das Ordnungsamt seine Entscheidung und bestätigte damit einen Bericht der Zeitung „B.Z.“. Klare Vorschriften zu Größe und Befestigung von Fahnen gibt es indes nicht. „Die Entscheidung lag im Ermessen der Beamten vor Ort“, erklärte das Ordnungsamt Neukölln. Für das Finale hofft Güzel jetzt auf eine Ausnahmegenehmigung: „Dann will ich die Fahne schon wieder aufhängen.“
2006 hatte ein aus Beirut stammender Ladenbesitzer in der Neuköllner Sonnenalle eine 20 Meter lange Deutschland-Fahne an seiner Hausfassade befestigt und war deswegen von Autonomen und Nachbarn angefeindet worden.
dpa/nbo


