Marketing-Profi

Warum ein Ehrenamt wichtig für die Persönlichkeit ist

Im Ehrenamt lerne man, Verantwortung für andere zu übernehmen, findet Elisabeth Panic. Sie engagiert sich im Marketing Club Berlin.

Elisabeth Panic mit Mikado. Beide arbeiten für einen Wirtschaftsverband: Sie als Marketing-Expertin, er ist als Feel-good-Manager vor Ort.

Elisabeth Panic mit Mikado. Beide arbeiten für einen Wirtschaftsverband: Sie als Marketing-Expertin, er ist als Feel-good-Manager vor Ort.

Foto: Christian Kielmann

Berlin.  Mikado begrüßt Besucher stets mit fröhlichem Schwanzwedeln. Der zweijährige Chihuahua ist der Feel-good-Manager des Bundesverbands Digitale Wirtschaft (BVDW) und ständiger Begleiter von Elisabeth Panic. Seit elf Monaten arbeiten die beiden dort.

Panic ist Managerin Mitgliederbetreuung und Assistentin der Geschäftsführung. "Ich weiß es zu schätzen, dass mein Arbeitgeber mir erlaubt, Mikado mitzubringen", sagt die 32-Jährige. "Die Kollegen lieben ihn, und er verbessert die Atmosphäre im Büro."

Internetagenturen oder E-Commerce-Anbieter

Der BVDW ist ein Interessenverband für Unternehmen, die ihr Geld mit digitalen Geschäftsmodellen und Technologien verdienen. Mitglieder sind zum Beispiel Internetagenturen oder Firmen aus den Bereichen Social Media und E-Commerce.

Elisabeth Panic ist für sie die erste Ansprechpartnerin im Verband. Gemeinsam mit ihrem Team organisiert sie Veranstaltungen, Sitzungen und Workshops für die rund 600 Mitglieder. Themen sind unter anderem die Arbeitswelt der Zukunft, Digitalisierung der Wirtschaft, Rechtsfragen oder auch digitale Ethik, bei der es um das Zusammenleben im Internet geht.

"Ich muss einen Einblick in alle Themen haben und neue Inhalte schnell erfassen können", sagt Panic. Spannend sei ihr Arbeitsumfeld.

An der Uni Betreuerin für ausländische Studenten

Ebenso wichtig wie die Arbeit ist ihr jedoch, sich gesellschaftlich zu engagieren und zu reisen. Auslandsaufenthalte während ihres Studiums in den USA und China gehören ebenso zu ihrer Vita wie ehrenamtliche Tätigkeiten.

Am Gymnasium war sie Mitarbeiterin der Schülerzeitung. An der Universität engagierte sie sich unter anderem im Fachschaftsrat, und sie betreute internationale Studierende, die dort zu Gast waren. "Ehrenamt ist wichtig für die persönliche Entwicklung und die Gesellschaft", sagt Elisabeth Panic.

Dadurch lerne man, Verantwortung für andere zu übernehmen. "Und es bringt viel Freude, wenn man sieht, was man mit seinem Engagement bewirken kann."

Studienabschluss in Kulturwissenschaften

Nach ihrem Bachelorabschluss in Kulturwissenschaften, den sie an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder) erwarb, unternahm Panic erst einmal eine lange Reise durch Nord- und Südamerika.

Ziel ihrer Tour war Argentinien. Dort arbeitete sie ein Jahr lang als Projektkoordinatorin in einem Übersetzungsbüro. "Dieses Jahr war sehr wichtig für mich", sagt sie rückblickend. Sie habe viel über Kultur und Sprache gelernt, ihre interkulturellen Kompetenzen erweitert und schließlich auch noch eine andere Arbeitswelt kennengelernt.

Master in Arts and Media an der FU Berlin

Voller neuer Erfahrungen und mit einem großen Netzwerk internationaler Kontakte ausgestattet, kehrte Elisabeth Panic 2011 nach Berlin zurück. Hier nahm sie das viersemestrige Masterstudium Arts and Media Administration an der Freien Universität (FU) Berlin auf.

"Im Bachelorstudium habe ich erkannt, dass es mir Spaß macht, mit Menschen zu arbeiten, dass mir Sprachen und Kultur wichtig sind und dass ich meine Stärken im Management sowie in den Bereichen Marketing und Öffentlichkeitsarbeit sehe", erklärt sie ihre Wahl.

Inhalte des Masterstudiums an der FU waren unter anderem: Marketing und Kommunikation, Institutions- und Projektmanagement sowie Kulturförderung und -finanzierung, ergänzt durch Kultur- und Medientheorie.

Arbeit im kleinen, aber internationalen Team

Ins Berufsleben stieg sie 2014 ein, und zwar in die Immobilienbranche. "Ich habe mich auf eine Vielzahl von Marketing-Stellen beworben", erzählt die 32-Jährige. Den Job, für den sie dann die Zusage bekam, sieht sie als Glücksgriff: Es sei ein internationales, aber kleines Team gewesen.

"Ich bin gleich mit viel Verantwortung und vielfältigen Aufgaben ins Berufsleben gestartet." So habe sie schon in ihrer ersten Anstellung die gesamte Bandbreite des Marketings kennenlernen können.

Unter anderem erstellte Elisabeth Panic dort Anzeigen, baute den Twitter-Kanal des Unternehmens auf, organisierte Messeauftritte und nahm neue Marketing-Broschüren in Bezug auf Inhalt und Grafik ab.

2016 trat Panic in den Marketing Club Berlin ein. In dem Verein vernetzen sich Marketing-Führungskräfte aus Wirtschaft, Wissenschaft, Verwaltung und Hochschulen. Panic wurde bei den Junior Marketing Professionals (Jumps), den Nachwuchskräften des Clubs, aktiv.

Netzwerk half bei der Suche nach neuem Job

Parallel kam der Wunsch nach beruflicher Veränderung auf – drei Jahre war sie inzwischen in der Immobilienbranche tätig. Und es zeigte sich, wie sinnvoll gute Kontakte auch schon für junge Berufstätige sind: Panic nutzte das Jump-Netzwerk für die Jobsuche. Ein Mitglied stellte die Verbindung zum Geschäftsführer des BVDW, Marco Junk, her, die beiden wurden sich einig.

Seitdem arbeitet die 32-Jährige als Assistentin für den Verbandschef. Sie koordiniert seine Termine und bereitet Meetings oder Präsentationen vor. Im vergangenen Jahr hat sich auch ihre Position bei den Jumps verändert: Panic wurde zur stellvertretenden Sprecherin gewählt – wieder ein Ehrenamt.

Ziel: internationaler Konzern

Ideen für ihre berufliche Zukunft hat Elisabeth Panic auch schon. Sie könne sich vorstellen, später einmal in einem internationalen Konzern zu arbeiten, sagt sie. "Heute ist es ja nicht mehr so, dass Arbeitnehmer 20 Jahre in einem Job bleiben."

So soll es auch bei ihr nicht sein: "Menschen lernen und arbeiten ein paar Jahre in einem Unternehmen und nehmen ihr Know-how mit, um sich damit woanders weiterzuentwickeln." Wichtig sei ihr jedoch, auch weiterhin Arbeit, Freizeit, Reisen und Ehrenamt unter einen Hut zu bringen – und Chihuahua Mikado mit zur Arbeit.