Pflegezusatzversicherung

Ausgaben zur Pflege-Vorsorge künfitg absetzbar

Philipp Neumann

Foto: Infografik Welt Online

Schäuble plant den steuerlichen Abzug für Zusatzversicherungen. Menschen mit niedrigem Einkommen würden kaum davon profitieren.

Die Pläne der Koalition, private Pflegezusatzversicherungen staatlich zu fördern, werden konkret. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäube (CDU) hat erste Vorschläge gemacht, wie der Abschluss einer solchen Versicherung steuerlich begünstigt werden kann.

Nach Informationen von „Morgenpost Onlinel“ aus Koalitionskreisen plädiert Schäuble dafür, dass Versicherte die Kosten für eine zusätzliche private Pflegeversicherung in der Steuererklärung bei den Sonderausgaben angeben können. Konkret denkt das Finanzministerium an eine Summe von 200 Euro pro Jahr, die auf das zu versteuernde Einkommen angerechnet werden kann. Damit würde eine Pflegezusatzversicherung pro Monat mit fast 17 Euro gefördert.

Einfache Tarife für „Pflegetagegeldversicherungen“ kosten je nach Alter zwischen fünf und 15 Euro pro Monat, umfangreichere Angebote zwischen 20 und 80 Euro. Es sind Risikoversicherungen, die nur im Pflegefall zahlen.

Für die Versicherungsbranche und die Finanzverwaltung wäre Schäubles Lösung die einfachste Variante. Es gäbe keine zusätzliche Bürokratie; die Kunden müssten die Versicherung nur bei der Steuererklärung angeben. Der Nachteil wäre freilich, dass Versicherte mit geringem Einkommen kaum von dieser Förderung profitieren würden, denn sie zahlen kaum Steuern. Ihre Steuerschuld ließe sich kaum noch mindern.

Der FDP-Finanzpolitiker Volker Wissing sagte „Morgenpost Onlinel“, ein finanzieller Anreiz für zusätzliche Vorsorge bei der Pflege „muss denjenigen zugute kommen, die einen hohen Vorsorgebedarf haben. Und das sind keine Spitzeneinkommen“.

Auch die Versicherungswirtschaft sieht Schäubles Pläne kritisch. Eine Sprecherin der zum Ergo-Konzern gehörenden Deutschen Krankenversicherung (DKV) wollte zwar nichts zu den konkreten politischen Plänen sagen, sie stimmte aber den Äußerungen des FDP-Politikers zu: „Wir präferieren Modelle, bei denen möglichst viele Menschen an der Förderung teilhaben können. Nur so kann die demografische Last besser verteilt werden.“