Asiatischer Handel

Trübe Signale von Alcoa belasten die Börsen

Der Aluminiumhersteller hat die US-Bilanzsaison eröffnet. Die Zahlen bestätigen die schwache US-Konjunktur und sorgen für fallende Kurse.

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Der japanische Aktienmarkt hat empfindlich auf das skeptische Signal des US-Aluminiumkonzerns Aloca zum Auftakt der Quartalsbilanzen reagiert. Die Börse in Tokio rutschte ins Minus. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index verlor 0,7 Prozent auf 8715 Punkte, nachdem er am Vortag noch ein Drei-Wochen-Hoch erreicht hatte. Der breiter gefasste Topix-Index gab gleichfalls 0,7 Prozent auf 750 Punkte ab.

Der als Barometer geltende Aluminiumproduzent warnte vor einer nachlassenden Nachfrage - vor allem in dem von der Schuldenkrise gebeutelten Europa. „Für die Investoren war es eine schlechte Nachricht, dass der Konzern ganz klar die Folgen eines verlangsamten Wachstums spürt“, sagte ein Händler. „Wer auf eine Ermutigung zum Auftakt der US-Berichtssaison gehofft hat, ging leer aus.“ In den USA gab das Alcoa-Papier nachbörslich fünf Prozent nach.

Werte wie Honda oder Nikon gehörten zu den größten Verlierern: Die Konzerne müssen wegen der Überflutungen Fabriken in Thailand vorübergehend schließen. Der Honda-Kurs lag mehr als drei Prozent unter dem Vortagesschluss, Toyota 1,4 Prozent im Minus. Nikon-Aktien verloren mehr als fünf Prozent.

Klaus Kleinfeld: Welt sorgt sich in die Rezession

Alcoa-Chef Klaus Kleinfeld geht weniger von einer realen Schwäche des Marktes aus als von einer wachsenden Unsicherheit der Kunden, die zu einer vorsichtigeren Auftragsvergabe führe. „Es sieht fast so aus, als ob die Welt sich selbst in eine weitere Rezession hineinsorgt“, sagte der ehemalige Siemens-Manager zur Vorlage der Quartalsbilanz, die deutlich hinter dem zweiten Vierteljahr zurückblieb. „Der Hauptgrund für das schwache Quartal sind diese Ängste, nicht ein schrumpfendes Geschäft.“

Das Vertrauen in die weltweite Wirtschaftserholung lasse nach und deswegen gehe Alcoa von trüben Rahmenbedingungen auch für den Rest des Jahres aus, besonders in Europa, erklärte Kleinfeld. Der Konkurrent des russischen Weltmarktführers Rusal ist traditionell das erste US-Börsenschwergewicht, das seine Quartalsbilanz vorlegt.

Trotz des schwächeren Vierteljahrs hielt der Konzern an seiner Prognose eines zwölfprozentigen Wachstums der weltweiten Aluminiumnachfrage fest. Zwar erwarte Alcoa einen Rückgang in Europa, Nordamerika und Brasilien. Dieser werde jedoch durch die starken Schwellenländer wett gemacht, hieß es. Für China erhöhte der Konzern seine Prognose auf eine Steigerung um 17 Prozent von 15 Prozent.

Verglichen mit dem zweiten Quartal gaben Überschuss und Erlöse aber nach. So lag der Gewinn aus dem fortlaufenden Geschäft bei 15 Cent je Aktie nach 28 Cent je Aktie im Vierteljahr davor. Experten hatten 22 Cent je Papier erwartet. Der Umsatz ging im Quartalsvergleich um drei Prozent zurück.

Die Aluminiumpreise sind in den drei Monaten bis Ende September um 20 Prozent gefallen, der Alcoa-Aktienkurs büßte im selben Zeitraum 41 Prozent ein. Kleinfeld erklärte den starken Preisrückgang mit einem „sehr aggressiven“ Vorgehen von Spekulanten. „Sie wetten gegen Aluminium - stellvertretend für die Wette gegen die Weltwirtschaft“, sagte er.