Im Zeichen von EFSF

Aussicht auf slowakisches Ja stützt US-Börsen

Die Aussicht auf eine Zustimmung der Slowakei zur Erweiterung des Euro-Rettungsschirm EFSF hat die Wall Street zuversichtlich gestimmt.

Wie an den europäischen Börsen machten sich auch die Anleger in New York Hoffnung, dass die Abgeordneten in Bratislava nach dem ersten Nein in einer zweiten Abstimmung bald doch noch grünes Licht geben . Wenn die Slowakei als letztes der 17 Euro-Staaten zustimmt, wäre der Weg für den Fonds frei. „Momentan wirkt es so, als ob die Europäer die Krise eindämmen könnten“, sagte Frank Lesh, Analyst bei FuturePath Trading LLC.

Die EU-Kommission schlägt zum besseren Schutz vor Risiken aus der Schuldenkrise vorübergehend höhere Kernkapitalquoten vor. Details solle die Europäische Bankenaufsicht ausarbeiten, sagte EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso im Europaparlament. Zuvor hatten bereits optimistische Äußerungen des scheidenden Präsidenten der Europäischen Zentralbank, Jean-Claude Trichet, über die Lage in Griechenland den europäischen Märkten Auftrieb verliehen. Das Land sollte einen Zahlungsausfall vermeiden können, sagte Trichet in einem Interview mit dem französischen Wochenmagazin „L'Express“.

Insofern rückte der Dow Jones Industrial trotz enttäuschender Quartalszahlen des Aluminiumherstellers Alcoa zum Auftakt der Berichtssaison um 0,90 Prozent auf 11 518,85 Punkte vor. Zwischenzeitlich hatte er sogar seine seit Jahresbeginn erlittenen Verluste wieder wettgemacht. Der breiter gefasste S&P 500 stieg zur Wochenmitte um 0,98 Prozent auf 1207,25 Punkte. An der Nasdaq kletterte der Composite-Index um 0,84 Prozent auf 2604,73 Punkte nach oben. Der Auswahlindex Nasdaq 100 notierte 0,53 Prozent höher bei 2307,18 Punkten.

Zudem dürfte die Slowakei als letztes Euro-Land nun doch den Weg für den erweiterten Euro-Rettungsschirm EFSF frei machen. Nach einem ersten gescheiterten Anlauf wird das Parlament in Bratislava wohl bis Freitag zustimmen. Die nötige Mehrheit will das konservativ-liberale mit Hilfe der Sozialdemokraten Smer erreichen.

Die konjunktursensiblen Finanzwerte zählten vor diesem Hintergrund zu den Favoriten: Bank of America etwa verteuerten sich um 3,30 Prozent auf 6,58 US-Dollar und JP Morgan legten um 2,79 Prozent zu. Den Spitzenplatz im Dow sicherten sich die Titel des Medien- und Unterhaltungskonzerns Walt Disney, die um 3,53 Prozent auf 33,76 Dollar stiegen.

Die am Dienstagabend vorgelegte Alcoa-Bilanz trübte die Gesamtstimmung nicht. Der Aluminiumhersteller, der traditionell die Berichtssaison eröffnet, hatte mit seinem Gewinn je Aktie die Erwartungen verfehlt. Das Unternehmen habe teilweise unter Preisschwächen, Saisoneffekten sowie gestiegenen Kosten gelitten, meinte UBS-Analyst Brian MacArthur. Auch die anhaltende Schwäche auf den europäischen Märkten habe sich negativ ausgewirkt. Insofern fielen die Alcoa-Titel am Dow-Ende um 2,43 Prozent auf 10,05 Dollar.

Für Gesprächsstoff sorgte auch ein Bericht im „Wall Street Journal“, wonach der Computerkonzern Hewlett-Packard den Plan zur Trennung von seiner PC-Sparte noch einmal überdenken will. Neue Analysen zeigten, dass die Kosten die Vorteile überwiegen könnten, berichtete die Zeitung unter Berufung auf informierte Personen. Die Anteilsscheine sanken dennoch um 0,12 Prozent. Der Ölkonzern Chevron rechnet im dritten Jahresviertel mit einem Gewinn auf der Höhe des vorangegangenen Quartals. Die Papiere rückten um 0,18 Prozent vor.

Außerhalb des Dow stiegen die Pepsico-Titel um 2,87 Prozent, nachdem der weltweit größte Snack-Food-Hersteller die Gewinnerwartungen mit seinem Quartalsergebnis übertroffen hatte. „Wir haben die Preise angepasst und dadurch zumindest teilweise die galoppierenden Rohstoffkosten aufgefangen“, sagte Konzernchefin Indra Nooyi.

Die Titel von Liz Claiborne schnellten gar um 34,12 Prozent nach oben. Das Modeunternehmen hatte mitgeteilt, mehrere Marken verkaufen zu wollen.

Der Euro zog dank der zunehmenden Risikoneigung der Anleger an und kostete zuletzt 1,3782 US-Dollar. Richtungweisende zehnjährige Staatsanleihen gaben um 18/32 Punkte nach auf 99 6/32 Punkte. Die Rendite stieg auf 2,216 Prozent. Bei einer aktuellen Auktion waren die als „sicherer Hafen“ geltenden Papiere nur auf eine geringe Nachfrage gestoßen.