Edelmetalle

"Grazie Italia" – Gold wird jetzt auch hier teurer

Schon seit zehn Jahren steigt der Goldpreis – allerdings meist nur in Dollar. Italien beschert jetzt auch europäischen Anlegern kräftige Gewinne.

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Auch wer sich nicht tagtäglich mit Finanzthemen beschäftigt, hat mitbekommen, dass der Goldpreis steigt. Und zwar stetig und unaufhörlich. Seit zehn Jahren schon. Allerdings, hier nun die kleine Enttäuschung, stimmt das so generell leider auch wieder nicht. In den vergangenen Tagen aber dann wieder schon. Denn es ist immer eine Frage der Perspektive. Damit hätten wir Sie nun beinahe wieder erfolgreich vergrault – Finanzthemen sind eben schrecklich kompliziert.

Obwohl: Das stimmt überhaupt nicht. Denn mit dem Goldpreis ist es ganz einfach. Gold notiert in Dollar, und in Dollar gerechnet steigt der Preis wirklich unaufhörlich. Von Anfang Januar bis Ende Juni beispielsweise von 1400 auf 1500 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm). Der gemeine Bundesbürger jedoch kauft sein Anlage-Gold natürlich in Euro. Und in unserer Währung gerechnet ist der Preis in den ersten sechs Monaten überhaupt nicht gestiegen, weil der Dollar gleichzeitig an Wert verloren hatte. Der Goldpreis klebte daher bei rund 1000 Euro je Feinunze.

Das jedoch hat sich seit Anfang des Monats drastisch verändert. Innerhalb von zwei Wochen stieg der Preis nun auf rund 1120 Euro. Immerhin ein Plus von mehr als zehn Prozent. Allein in der vergangenen Woche kletterte die Notierung dabei um über 40 Euro.

Wem haben wir das zu verdanken? Vor allem den Italienern – bei denen können Sie sich gleich mal bedanken, falls Sie diese Zeilen am Strand von Rimini oder in einem netten Café in Florenz lesen. Das unendliche Drama um die europäischen Schuldenakrobaten, das nun auch auf Rom übergegriffen hat, treibt die furchtsamen Anleger in Gold und ließ nun eben gleichzeitig auch den Euro-Kurs im Vergleich zum Dollar mal wieder fallen. Ergebnis: Der Goldpreis stieg auch in Euro gerechnet deutlich. Eigentlich ist das also alles ganz einfach.

Frau Merkel und Herr Berlusconi finden das übrigens nicht. Und Herr Papandreou schon gar nicht. Allerdings gilt deren Hauptsorge auch nicht dem Goldpreis, sondern ... Aber hier wird es nun wirklich kompliziert. Daher lassen wir das jetzt lieber.

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