Börsen-Bericht

Deutscher Aktienmarkt hält sich stabil im Plus

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Die deutschen Anleger sind mit viel Optimismus in die Handelswoche gestartet. Sie setzen darauf, dass die Fed die US-Konjunktur ankurbelt.

Aktienanleger haben sich zu Beginn der neuen Woche das Prinzip Hoffnung zu eigen gemacht und nach günstigen Einstiegsgelegenheiten Ausschau gehalten. Sie gründeten ihren Optimismus auf Aussagen von US-Zentralbankchef Ben Bernanke, wonach im September über neue Hilfen für die weltgrößte Volkswirtschaft beraten werden soll. Der Dax stieg um 1,4 Prozent auf 5615 Zähler.

„Man hätte ja erwarten können, dass der Markt nach unten geht, weil Bernanke kein neues Anleihenkaufprogramm (QE 3)angekündigt hat“, sagte Aktienstratege Carsten Klude von MM Warburg. „Aber man sagt sich jetzt wohl, ok, Bernanke hat offenbar keine Informationen, wonach alles noch schlechter wird. Zum langfristigen Wachstum hat er sich ja recht optimistisch gezeigt und kurzfristig gibt es immerhin die Option, dass im September dann doch QE 3 kommt.“

Bernanke hatte beim Gipfeltreffen der weltweiten Notenbanken gesagt, dass sich die weltweite Volkswirtschaft langsamer erhole als erhofft . Im September werde die Fed deshalb ein zweitägiges Treffen anstelle des geplanten eintägigen Treffens abhalten, um Maßnahmen zu erwägen, die ein stärkeres Wachstum ermöglichen. Das längerfristige Potenzialwachstum werde durch die derzeitige Krise wohl nicht beeinflusst, sagte Bernanke.

„Es ist einer dieser Tage, an denen man sich die den Aktien zugrundeliegende Bewertung anschaut und dann zu dem Schluss kommt – das sieht echt gut aus“, sagte Analyst Justin Steward von Seven Investment Management. „Dann ziehen die Preise eben mal kurz an. Fundamental hat sich nichts geändert.“

Gesprächsthema in den Handelsräumen war auch der Wirbelsturm „Irene“ , der an der Ostküste der USA wütet und schon einige Todesopfer gefordert hat. In der Folge zählten europaweit Bauwerte zu den größten Gewinnern. Hochtief stiegen um 2,7 Prozent, Bilfinger Berger gewannen 1,5 Prozent. Selbst der Versicherungssektor legte zu: Nach vorläufigen Schätzungen des Risikomodellierers Eqecat könnten die von „Irene“ verursachten Gesamtschäden deutlich geringer ausfallen als zunächst befürchtet. Die Kurse der weltgrößten Rückversicherer Münchener Rück und Swiss Re gewannen jeweils gut zwei Prozent.

DZ-Bank-Analyst Thorsten Wenzel schrieb in einer ersten Einschätzung, vermutlich würden Erstversicherer den Löwenanteil der Schäden tragen. Die Rückversicherer, für gewöhnlich am stärksten von großen Naturkatastrophen wie Erdbeben oder Wirbelstürmen getroffen, müssten zwar auch haften, aber wohl nicht in einem Ausmaß, dass die Gewinnschätzungen der Analysten in Gefahr seien.

Die Aktien der Versicherungsgruppe Allianz stiegen um gut zwei Prozent. An der Athener Börse schnellte der Bankenindex um fast 20 Prozent nach oben, nachdem Gerüchte die Runde machten, dass das zweit- und drittgrößte Finanzinstitut Griechenlands – die Alpha Bank und die EFG Eurobank – kurz vor ihrer Verschmelzung stünden.

Die beiden Titel waren wegen einer bevorstehenden Mitteilung vom Handel ausgesetzt. Der griechische Leitindex stieg um neun Prozent. Die Börse in London bleibt am Montag wegen eines Feiertags geschlossen. Die Wall Street soll trotz Stromausfällen in New York regulär handeln.