Börsen-Bericht

Der deutsche Leitindex robbt sich weiter nach vorn

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Auch am zweiten Handestag der Woche hält sich der Dax im Plus. Sorgen bereiten die Änderungen am italienischen Sparpaket.

Der Erholungskurs am deutschen Aktienmarkt hält an: Der Dax kletterte in den ersten Minuten um ein Prozent auf 5728 Zähler. „Im Moment scheinen sich die Märkte zu stabilisieren“, sagte ein Händler. Rezessionsängste und die Furcht vor einer Eskalation der europäischen Schuldenkrise hatten dem Dax in den vergangenen Wochen ordentlich zugesetzt. Seit Monatsbeginn hat das deutsche Börsenbarometer gut 22 Prozent verloren.

Neues Ungemach könnte allerdings aus Italien kommen, wo erneut über die Inhalte des milliardenschweren Sparpakets diskutiert wird . „Das offenbar noch Gesprächsbedarf besteht, könnte die Anleger erneut verunsichern“, sagte ein Händler. Im Blick haben die Investoren auch die im Laufe des Tages anstehende Emission italienischer Papiere. Das Land bietet Anleihen mit einem Gesamtvolumen von gut sieben Milliarden Euro an.

Zu den größten Gewinnern im Dax zählten ThyssenKrupp mit einem Plus von 2,6 Prozent. Im SDax legten Patrizia Immobilien nach einer Hochstufung durch JP Morgan um 3,8 Prozent zu. Die Analysten hatten die Aktien auf „Overweight“ von „Neutral“ gesetzt.

Euro bleibt über 1,45 Dollar

Der Euro hat sich über der Marke von 1,45 US-Dollar gehalten. Am Morgen kostete die Gemeinschaftswährung 1,4520 Dollar und damit in etwa so viel wie am Vorabend. Der Euro notiert derzeit so hoch wie zuletzt Anfang Juli. Ein Dollar kostete zuletzt 0,6887 Euro. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Montagmittag auf 1,4487 (Freitag: 1,4402) Dollar festgesetzt. Der Euro profitiert aktuell von der besseren Stimmung an den Aktienmärkten. Im Gegenzug sind „Fluchtwährungen“ wie insbesondere der Schweizer Franken weniger stark gefragt.

Ölpreise steigen leicht

Die Ölpreise sind leicht gestiegen. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Oktober-Lieferung 112,28 US-Dollar. Das waren 40 Cent mehr als am Montag. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI (West Texas Intermediate) stieg um 21 Cent auf 87,48 Dollar. Zu Wochenbeginn hatten die Ölpreise um rund zwei Dollar zugelegt. Zuletzt stiegen die Ölpreise vor allem aufgrund von recht robusten Konjunkturdaten aus den USA.

Tokio den vierten Tag in Folge im Plus

Die Aktienmärkte in Asien haben im Sog der Wall Street am Dienstag Gewinne verzeichnet. Starke Konsumausgaben in den USA drängten Ängste zurück, dass die weltgrößte Volkswirtschaft in eine Rezession rutschen könnte. Zusätzlich sorgten Fusionsnachrichten aus Griechenland für gute Stimmung. Dort tun sich die Nummer zwei und drei der Branche, die Eurobank und das Geldinstitut Alpha, zusammen.

Anleger hoffen darauf, dass der Zusammenschluss den Anfang einer Fusionswelle in dem schuldengeplagten Mittelmeerland bildet und zu einer Stärkung der von Liquiditätsengpässen belasteten Branche führt. Angesichts der anhaltenden Schuldenkrise in Europa rechnen jedoch viele Experten damit, dass der Rally an den Asien-Märkten die Puste ausgeht.

Die Tokioter Börsen gingen den vierten Tag in Folge mit Gewinnen aus dem Handel. Vor der wichtigen Marke von 9000 Punkte schreckte der Nikkei aber zurück. „Wenn er die knackt, könnte die Kauffreude zurückgehen“, sagte ein Fondsmanager. Vor allem heimische Investoren griffen bei Exportwerten zu.

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index gewann 1,2 Prozent auf 8953 Punkte. Der breiter gefasste Topix-Index rückte 1,1 Prozent auf 767 Punkte vor. Auch die Aktienmärkte in Taiwan , Südkorea , Australien , Shanghai und Hongkong verzeichneten Aufschläge. Die Umsätze blieben gering. In vielen anderen asiatischen Ländern war Feiertag, zudem warteten Anleger auf eine Bond-Emission in Italien im Laufe des Tages.