Energiesparlampe

Geld sparen mit der richtigen Leuchte

Die Glühbirne hat bald ausgedient. Verbraucher können zwischen Kompaktleuchtstofflampe, Halogen-Leuchte und LED-Birne wählen.

Am 1. September ist es soweit: Der guten alten Glühbirne wird der Todesstoß versetzt. Nachdem in den vergangen Jahren schon die 100- und die 75-Watt-Glühlampe vom Markt genommen wurde, muss nun auch die 60-Watt-Birne weichen. Wie zuvor wird auch in diesem Jahr wieder ein großer Ansturm auf die altgedienten Lampen erwartet. Dabei bemühen sich Lampenhersteller seit Jahren um adäquaten Ersatz. „Giftig“ und „sparsam, aber gefährlich“ sind Attribute, die den Kompaktleuchtstofflampen – so lautet der Fachbegriff – zugeschrieben werden. Und das stimmt auch. Aber nur zum Teil.

Eigentlich sind derzeit vier verschiedene Lampen auf dem Markt: Die altgediente Glühlampe, die allerdings wegen schlechter Energieeffizienz nach und nach ausgemustert wird, die Kompaktleuchtstofflampe, also was wir als Energiesparlampe kennen, die Halogen-Leuchte und die LED-Lampe.

„Halogen-Lampen haben ähnliche Eigenschaften wie die Glühbirne, sie haben dieselbe Lichtfarbe, sind dimmbar und man kann sie auch über den Hausmüll entsorgen“, erklärt Nadine Kleinert vom deutschen Marktführer Osram . Mit nur 30 Prozent Einsparpotenzial fallen sie allerdings nur in Energieklasse C – und sind damit zumindest bis 2016 noch am Markt zugelassen. Die Energiesparlampe dagegen spart etwa 80 Prozent im Vergleich zur Glühbirne ein.

Lichtfarbe wird angepasst

In den letzten Jahren sind die Leuchten auf Quecksilber-Basis deutlich kleiner und eleganter geworden und haben dieselbe Lichtfarbe wie Glühbirnen bekommen. Derzeit arbeitet man an der Geschwindigkeit und der Schaltfestigkeit. Ein Ersatzprodukt für die 60-Watt-Glühbirne ist seit vergangenem Jahr auf dem Markt, eine 75-Watt-Version folgt demnächst.

Genauso sparsam und energieeffizient wie Leuchtstofflampen und damit ebenso gut für das Öko-Gewissen sind LED-Lampen. Sie kommen ganz ohne giftiges Gas aus, und leuchten über die Namen gebende Diode, wenn Strom durch einen Halbleiter fließt. Ihr großer Nachteil: Sie sind momentan noch recht teuer.

„Eine gute LED-Lampe kostet ab etwa 20 Euro“, sagt Nadine Kleinert von Osram. Dafür halte die dann auch 25 bis 30 Jahre. Zum Vergleich: Die klassische Glühbirne ist für unter ein Euro zu haben, Halogen-Lampen kosten pro Stück etwa zwei Euro und eine ordentliche (Marken-)Energiesparlampe geht für circa acht Euro über den Ladentisch. Die hält dann aber auch mindestens sechs Jahre. „Aus Preis-Leistungs-Sicht sind Energiesparlampen derzeit am besten. Zwar ist die Anschaffung höher als bei der Glühlampe, die Kosten hat man aber nach etwa einem Jahr wieder drin“, sagt Kleinert.

Alte Lampen gehören nicht in den Hausmüll

Irgendwie ist es immer noch nicht in der Bevölkerung angekommen: Energiesparlampen dürfen nicht in den Hausmüll geworfen werden, sie müssen fachgerecht entsorgt werden, im besten Fall über den Wertstoffhof. Das liegt zum einen am Leuchtstoff Quecksilber, das eben doch ein Schwermetall und damit giftig ist, und zum anderen an der verbauten Technologie. Leuchtstoff- und LED-Lampen können wiederverwendet werden, in den Leuchtstoffen sind unter anderem seltene Erden enthalten.

Strittig ist allerdings, wer die Entsorgung übernimmt: Die Hersteller sind verpflichtet, die Lampen zurückzunehmen – der Handel allerdings nicht, was immer wieder zu Auseinandersetzungen führt. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat daher eine Rücknahmepflicht des Handels für Energiesparlampen gefordert. Demnach sollte man sie überall dort zurückgeben können, wo sie verkauft werden. „Große Teile des Einzelhandels verdienen sich mit Energiesparlampen eine goldene Nase. Gleichzeitig verweigert dieser seine Mitwirkung bei der Sammlung von alten Energiesparlampen“, erklärt DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch.

Sammelstellen beim Drogeeriemarkt

Das Entsorgungssystem in Deutschland ist derzeit über Retourunternehmen wie Lightcycle, einem Gemeinschaftsunternehmen von mehr als 80 Leuchtmittelherstellern, organisiert. Lightcycle sammelt mit Kommunen und einigen Handelsunternehmen gebrauchte LED- und Energiesparlampen. Seit Juni macht auch der Drogeriemarkt dm mit. „So konnten wir uns von über 3100 Sammelstellen zu Jahresbeginn auf nun mehr als 5300 Sammelstellen steigern, womit wir noch näher an die Verbraucher kommen“, sagt Lightcycle-Geschäftsführer Christian Ludwig. Und einen weiteren Vorteil hat die Entsorgung beim Händler: Vor Ort kann man auch direkt eine neue Leuchte kaufen.

„Um eine Energiesparlampe zu betreiben, braucht man Quecksilber“, sagt Christoph Seidel vom Lampenhersteller Megaman. Das sei zwar giftig, aber wegen der geringen Menge ungefährlich: „Ein früher übliches Fieberthermometer enthielt soviel Quecksilber wie heute 300 bis 500 Energiesparlampen.“ Seidel findet, dass Energiesparlampen in letzter Zeit der berechtigten und erfolgreichen Kampagne gegen eben jene Quecksilberthermometer zum Opfer gefallen sind.

Quecksilber in den Lampen

Das Image-Problem der sparsamen Leuchten wurde verstärkt durch eine Pilotstudie über diverse Lampen, die das Umweltbundesamt vor einem halben Jahr veröffentlichte. Das Ergebnis: Energiesparlampen hätten eine um 20 Prozent höhere Quecksilberemission als andere Leuchten. „Allerdings haben sie da nur zwei Lampen untersucht, die überdies nicht die modernste Technologie hatten“, stellt Seidel klar.

Auch das Umweltbundesamt hat reagiert und einen zweiten Test veranlasst – das Ergebnis wurde noch nicht veröffentlicht, intern ist aber schon bekannt, dass die Energiesparlampe nun besser abschneidet. Auch in einem Test der Stiftung Warentest im März gab es gute Noten für Kompaktstoffleuchten.

Megaman bindet Quecksilber in den Birnen in einer Amalgam-Tablette. Der Nachteil: Die Lampen brauchen länger, um hell zu werden. „Unsere neuesten Lampen mit Sicherheitsamalgam erreichen 60 Prozent der Helligkeit nach nur 15 Sekunden“, sagt Seidel. Konkurrent Osram garantiert 60 Prozent beim Einschalten, 100 Prozent nach Sekunden. Er bindet das Quecksilber nicht in Amalgam, sondern komprimiert es in einer Quecksilberpille.

Zum Schutz gegen Zerbrechen überziehen beide Hersteller die Lampen mit einem Schutzkolben aus Glas. „Und wenn so eine Lampe dann doch mal zerbricht, ist auch das nicht wirklich tragisch“, sagt Seidel. „Es tritt nur die Menge Quecksilber aus, die gerade in der Lampe ist. Nach 15 Minuten Lüften und Aufräumen der Bruchstücke ist die Quecksilber-Konzentration in der Luft wieder im normalen Bereich.“

Langfristig wird die Energiesparlampe wohl trotzdem von der LED-Leuchte abgelöst werden. Schon jetzt machen die etwa 20 Prozent des Umsatzes von Osram aus und es wird – wie auch bei anderen Herstellern – kräftig in die neue Technologie investiert.

Für den Moment resümiert Seidel: „Es gibt derzeit kein perfektes Leuchtmittel. Alle haben Vor- und Nachteile. Daher gilt es, klug auszuwählen, was für einen selbst die beste Lösung darstellt.“