Finanzmärkte

Dax überspringt zeitweise 6000-Punkte-Marke

Am deutschen Aktienmarkt herrscht wieder Optimismus. Zwar konnte sich der Dax bis Börsenschluss nicht über der 6000-Punkte-Marke halten, notierte aber immer noch dick im Plus. In der kommenden Woche dürfte es aber wieder eine Berg- und Talfahrt geben.

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Das Vorgehen europäischer Aufsichtsbehörden gegen Spekulanten hatte für Entspannung gesorgt.

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Die Anleger haben wieder Mut gefasst und für einen versöhnlichen Wochenausklang am deutschen Aktienmarkt gesort. Zu Handelsschluss lag der deutschte Aktien-Leitindex Dax mit 3,5 Prozent im Plus und ging mit 5.998 Zählern ins Wochenende. Der Dax knüpfte nach erneut schwachem Start bis auf ein Tief bei 5678 Punkten schnell an seine Erholung vom Vortag an. Bis zum Nachmittag schoss der deutsche Leitindex um 3,5 Prozent in die Höhe und übersprang kurz nach 14.30 Uhr die 6000-Euro-Marke.

Nach 16 Uhr sorgte das gesunkene US-Verbrauchervertrauen für einen Dämpfer. Der entsprechende Index der Universität Michigan sackte im August nach vorläufigen Berechnungen vom Freitag auf 54,9 Punkte von 63,7 Zählern im Vormonat ab. Die Dax-Gewinne bröckelten auf zwei Prozent – allerdings nur kurz, um dann wieder um mehr als drei Prozent zuzulegen.

„Das Verbot von Leerverkäufen in einigen Ländern treibt den Dax an, und im Zuge der steigenden Kurse kaufen auch die Investoren eifrig, die zuvor auf weiter fallende Kurse gesetzt haben“, sagte Aktienhändler Markus Huber von ETX Capital. Negative Nachrichten - die schlechte Industrieproduktion der Eurozone und die schrumpfende griechische Wirtschaft – seien dank der besseren Stimmung ignoriert worden.

Neue Berg- und Talfahrt erwartet

Auf Wochensicht reduzierte der Dax sein Minus damit auf 3,8 Prozent. Seit dem 26. Juli hat er aber immer noch mehr als 18 Prozent an Wert eingebüßt. In der neuen Woche könnte es wieder eine Berg- und Talfahrt geben. Lange Zeit seien die Anleger an den Aktienmärkten trotz Schuldenkrise und zunehmender konjunktureller Ermüdungserscheinungen ausgesprochen gelassen gewesen, sagte Helaba-Analyst Markus Reinwand. „Jetzt korrigieren die Marktteilnehmer schlagartig ihre zu hohen Wachstums- und Gewinnerwartungen.“ Daraus könne sich eine sich selbst verstärkende Abwärtsspirale entstehen, fürchtet Reinwand.

Nach Einschätzung der Experten der Landesbank Berlin (LBB) könnten zudem negative Konjunkturdaten für weitere Kursverluste sorgen. Sollte sich die Schuldenkrise in Europa noch verschärfen oder die Wirtschaft in den USA neue Schwächezeichen aufweisen, erscheine ein Test der Jahrestiefststände durchaus in Reichweite, schreiben sie. Nach der rasanten Talfahrt der vergangenen Wochen halten die Analysten aber auch eine technische Gegenreaktion für jederzeit möglich.

Erwartungen an Merkel und Sarkozy

Von den Eurozonen-Mitgliedern erwarten die Anleger nun vor allem starke politische Signale, wie sie die Schuldenkrise überwinden wollen. Bundeskanzlerin Angela Merkel reist am Dienstag nach Paris, um mit Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy über die Lage in der Euro-Zone zu beraten. Dabei wollen sie auch Vorschläge für eine bessere wirtschaftspolitische Steuerung der Euro-Zone prüfen. Im Fokus dürften diesseits des Atlantiks zudem die Daten zum Bruttoinlandsprodukt Deutschlands und Europas stehen, die am Dienstag veröffentlicht werden.