Kurz vor Zahlungsausfall

Fitch stuft Griechenland auf "CCC" herab

Auch Fitch senkt die Kreditwürdigkeit Griechenlands – auf die letzte Stufe vor Zahlungsausfall. Athen braucht laut IWF 104 Milliarden Euro bis 2014.

Die Ratingagentur Fitch hat die Kreditwürdigkeit Griechenlands in der Schuldenkrise noch weiter herabgestuft. Sie senkte die Note des hochverschuldeten Staates um drei Stufen von "B+" auf "CCC".

Dies ist bei Fitch die letzte Stufe vor dem Zahlungsausfall, der wiederum in drei Stufen unterteilt ist. Zur Begründung gab die Agentur unter anderem das „Fehlen eines neuen Hilfsplans“ und die Unsicherheit über die Rolle privater Investoren bei den Rettungsbemühungen an.

Die großen Ratingagenturen hatten in den vergangenen Monaten die Kreditwürdigkeit von Ländern wie Griechenland und Portugal immer weiter herabgestuft, obwohl diese Länder internationale Hilfskredite in Milliardenhöhe bekommen. Dadurch wird es für diese Länder schwerer, sich wieder Geld an den Finanzmärkten zu leihen.

In der Diskussion um die Macht der großen Ratingagenturen erwägt die Europäische Kommission drastische Mittel wie die Zerschlagung der privaten Agenturen.

IWF schätzt griechischen Finanzbedarf bis 2014 ein

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat Erwartungen bestätigt, wonach Griechenland in den kommenden drei Jahren mindestens rund 100 Milliarden Euro zur Abwendung einer Pleite benötigt.

In einem in Washington veröffentlichten Bericht beziffert der IWF den Finanzbedarf des hochverschuldeten Landes bis Mitte 2014 auf insgesamt 104 Milliarden Euro. Von der Summe sollten 71 Milliarden auf die Euro-Länder und 33 Milliarden Euro auf private Gläubiger des Landes wie Banken und Versicherungen entfallen.

Offen blieb, in welchem Umfang der IWF sich beteiligen will. Bislang hat die Organisation sich an den Hilfen für angeschlagene Euro-Länder mit einem Drittel der Gesamtsumme beteiligt. Um eine Beteiligung des IWF an weiteren Hilfen für das Land zu beziffern, sei es noch zu früh, sagte der Chef der IWF-Expertengruppe für Griechenland, Poul Thomsen. Im vergangenen Jahr hatte Griechenland Notkredite von Euro-Ländern und IWF in Höhe von insgesamt 110 Milliarden Euro zugesprochen bekommen. Davon entfielen 80 Milliarden auf die Euro-Länder und 30 Milliarden auf den IWF.

Beteiligung privater Gläubiger kompliziert

Inzwischen ist klar, dass eine Pleite des Landes nur mit weiteren Milliardenhilfen abgewendet werden kann. Daran wird seit Tagen intensiv gearbeitet. Knackpunkt ist eine Beteiligung privater Gläubiger, wie sie besonders Deutschland fordert. Eine solche Beteiligung ist finanztechnisch kompliziert. Zudem fehlt es offenbar auch noch an Zusagen der Finanzbranche, um auf die angepeilte Summe von rund 30 Milliarden zu kommen.

Der IWF senkte in dem Bericht auch seine Erwartungen für die Entwicklung der griechischen Wirtschaft. Anstatt von einem Minus von 3,0 Prozent in diesem Jahr rechnet der IWF nun mit einem Rückgang der Wirtschaftsleistung in Höhe von 3,9 Prozent. Eine Rückkehr des Landes an die Finanzmärkte erwartet der IWF nun erst für das Jahr 2014 anstatt wie bislang zu Beginn des kommenden Jahres.