Nach einer Nullrunde in diesem Jahr können die rund 20 Millionen Rentner in Deutschland wieder auf steigende Bezüge hoffen. Zwar werde die Erhöhung in den kommenden Jahren zunächst nicht so hoch ausfallen, weil eigentlich fällige Kürzungen nachgeholt werden müssten, erwartet der Präsident der Deutschen Rentenversicherung Bund, Herbert Rische. „Aber danach werden die Renten wieder deutlicher der Lohnentwicklung folgen“, sagte er der „Südwest Presse“.

2009 hatte es die höchste Rentensteigerung seit mehr als zehn Jahren gegeben: Plus 3,4 Prozent im Osten, plus 2,4 Prozent im Westen. Dafür sorgte die damalige schwarz-rote Bundesregierung, die den dämpfenden Riester-Faktor in der Rentenformel ausgesetzt hatte. Die außerplanmäßigen Steigerungen von 2008 und 2009 wie auch die unterbliebene Kürzung 2010 sollen durch Verrechnung mit künftigen Rentenerhöhungen ausgeglichen werden.

Nach Angaben Risches entwickeln sich die Beitragseinnahmen der Rentenversicherer positiv. Im Mai und Juni stiegen die Pflichtbeiträge um über zwei Prozent, im ganzen ersten Halbjahr um 1,6 Prozent. „Wenn sich das fortsetzt, könnte das Verhältnis von Einnahmen und Ausgaben bis zum Jahresende eher ausgeglichen sein, als dass ein Defizit entsteht“, sagte Rische. Ursprünglich war mit einem Defizit von zwei Milliarden Euro gerechnet worden.

dpa/woz