Am Aktienmarkt haben sich die Anleger die Stimmung durch das winterliche Verkehrschaos nicht verderben lassen. Auch die Ankündigung der Ratingagentur Moody’s, die Bewertung der Kreditwürdigkeit Portugals zu überprüfen, wurde am Aktienmarkt ohne nennenswerte Reaktion zur Kenntnis genommen. Der Dax kletterte am Vormittag um bis zu 0,7 Prozent auf 7066 Punkte und lag damit so hoch wie seit Anfang Juni 2008 nicht mehr.
Der MDax legte sogar um 1,4 Prozent auf ein Drei-Jahres-Hoch bei 10.113 Zählern zu. Allerdings blieben die Umsätze weiter gering, da viele Anleger bereits in den Weihnachtsferien sind oder wegen des Wetterchaos gar nicht erst in ihre Büros kamen. „Viele sind nicht mehr dabei“, sagte ein Händler. Ob das Plus bis Handelsschluss reichen werde, sei abzuwarten. Moody’s kündigte an, wegen der unsicheren Wachstumsaussichten nach dem Sparprogramm eine Herabstufung Portugals um ein oder zwei Stufen zu überprüfen. Während dies den Euro belastete, zogen die Kurse der deutschen Anleihen, die als relativ sichere Anlage gelten, wieder an.
„Der Markt ist beeindruckt, aber nicht allzu sehr überrascht“, sagte UniCredit-Analyst Michael Rottmann. Vor allem der Anstieg der Kurse in Tokio, wo der Nikkei-Index auf einem Sieben-Monats-Hoch geschlossen hatte, wurde am Aktienmarkt positiv aufgenommen. Zudem hatte die japanische Notenbank die Zinsen wie erwartet unverändert bei nahe null Prozent gelassen.
Unterstützung bekamen die Märkte auch von Aussagen des chinesischen Vize-Ministerpräsidenten Wang Qishan, der erklärt hatte, China unterstützte die Maßnahmen der Europäischen Union (EU) und des Internationalen Währungsfonds (IWF) zur Beruhigung der internationalen Märkte. Daneben stützte der stabile GfK-Konsumklima-Index für Deutschland die Stimmung.
Verbraucher bleiben zuversichtlich
Danach bleiben die deutschen Verbraucher trotz der steigenden Steuer- und Abgabelast für Januar zuversichtlich. Der Index rutschte lediglich um 0,1 auf 5,4 Punkte ab. Gute Nachrichten kamen auch aus den USA, wo der Softwarekonzern Adobe Systems mit seinem Quartalsergebnis die Erwartungen deutlich übertraf. In Frankfurt lagen die Titel vier Prozent höher.
Angesichts des anhaltend heftigen Schneefalls in Deutschland blieben K+S gefragt. Die Titel des Streusalzherstellers stiegen um 1,3 Prozent. Lufthansa-Aktien holten um 0,7 Prozent auf, nachdem am Vortag die Anleger die Aktien für die zahlreichen Flugausfälle abgestraft hatten. Relativ unbeeindruck vom Schneechaos blieben auch die im MDax notierten Aktien des Frankfurter Flughafenbetreibers Fraport, die um 0,8 Prozent zulegten.
Unter Verkaufsdruck gerieten am Morgen die Aktien von Metro. In Reaktion auf einen Bericht der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“, wonach Großaktionär Haniel seine Anteile stark verringern wolle, rutschten die Titel um drei Prozent ab. Nachdem Haniel klarstellte, derzeit keine entsprechenden Pläne zu haben, drehte die Metro-Aktie ins Plus. Die Aktien von Bilfinger Berger stiegen im MDax um 1,9 Prozent, nachdem der Konzern den Verkauf seiner australischen Tochter Valemus verkündet hatte. Der australische Immobilienentwickler Lend Lease zahle dafür rund 790 Millionen Euro, hieß es.
Reuters/cat


