Billigflieger

Ryanair – kommt nun doch die Toilettengebühr?

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Noch im Februar hatte Ryanair-Chef Michael O’Leary konkrete Pläne zur Einführung einer Toilettengebühr an Bord der Flugzeuge dementiert. Doch: Trotz harter Kritik scheint der umstrittene Manager an seiner Idee festzuhalten. Seiner Ansicht nach ist das "wie beim Autokauf": Wer Extras haben will, muss eben zahlen.

Ryanair-Chef Michael O’Leary hält trotz Spott und Kritik an seiner Idee fest, Fluggäste für den Gang zur Bordtoilette zur Kasse zu bitten. „Wir diskutieren zurzeit mit Boeing, wie man an den Türen Münzgeräte für einen Euro oder Schlitze zum Durchziehen der Kreditkarte anbringen kann“, sagte O’Leary dem „Spiegel“.

„Wir wollen die Passagiere dazu ermuntern, vorher oder hinterher am Flughafen auf die Toilette zu gehen“, erläuterte der umstrittene Manager. „Das verhindert an Bord lange Schlangen vor den WC-Türen und das ständige Aufstehen und Hinsetzen in der Kabine.“ Schließlich dauere ein durchschnittlicher Flug bei Ryanair ohnehin nur gut eine Stunde.

Beim Gepäcktransport sei seiner Billigfluglinie bereits eine Umerziehung der Kunden gelungen: „Als wir die Zusatzgebühren vor zwei Jahren einführten, gaben noch 80 Prozent der Kunden Koffer und Taschen auf. Heute sind es nur noch 25 Prozent.“ Bei Ryanair kostet das Aufgeben von Gepäckstücken Geld – der erste Koffer zehn Euro, der zweite und dritte je 20 Euro.

„Wir wollen euer zweites und drittes Gepäckstück nicht“, erläuterte O’Leary das Geschäftsmodell. „Am liebsten sind uns Passagiere, die nur mit Handgepäck reisen. Dazu wollen wir unsere Kunden erziehen.“ Schließlich habe der Passagier die Wahl: „Wenn er Extras haben will, soll er sie separat bezahlen. Das ist wie beim Autokauf.“

O'Leary hatte bereits im Februar in einem Interview der BBC eine Gebühr für die WC-Benutzung an Bord ins Gespräch gebracht. „Sie müssten ein Pfund (1,12 Euro) bezahlen, um sich zu erleichtern“, präzisierte er. Dass Bezahltoiletten für Passagiere ohne passendes Kleingeld zu Unannehmlichkeiten führen könnten, hielt O'Leary offenbar für unwahrscheinlich: „Ich glaube nicht, dass jemals einer mit weniger als einem Pfund in der Tasche in eine Ryanair-Maschine gestiegen ist.“

Gegenüber Morgenpost Online ruderte Ryanair später allerdings zurück. Eine Sprecherin sagte, es sei nicht geplant, von den Passagieren Geld für die Benutzung der Toiletten während des Fluges zu verlangen. In dem betreffenden Interview mit der BBC sei es um grundsätzliche Sparmöglichkeiten bei der Billigfluggesellschaft gegangen, die betreffende Gesprächspassage sei aus dem Zusammenhang gerissen worden.