Zudem sprachen Händler weiter von einer technischen Reaktion auf die Kursverluste der vergangenen Wochen. „Der Markt ist überverkauft“, erklärte Bernard McAlinden, Stratege bei NCB Stockbrokers in Dublin. „An den meisten Börsen sind die Aktien billig.“ Der Euro hatte am Morgen auf über 1,23 Dollar zugelegt, nachdem Chinas Zentralbank einen Bericht über eine Verringerung des chinesischen Euro-Engagements als haltlos zurückgewiesen hatte.
Der Euro kletterte bis auf 1,2342 Dollar und notierte am späten Vormittag noch mit 1,2260 Dollar gut einen US-Cent über dem vorige Woche erreichten Vier-Jahres-Tief von 1,2146 Dollar. Am Vorabend hatten viele Investoren dagegen wieder Euro verkauft, als ein Bericht der „Financial Times“ die Runde machte, China wolle seine Politik der Diversifikation der Währungsreserven zu ungunsten des Euro überprüfen. An der Wall Street hatte dies die großen Indizes im Schlussgeschäft ins Minus gedrückt.
Europa bleibe für China einer der wichtigsten Märkte, und das Land werde Maßnahmen stützten, die Europa bei der Schuldenkrise helfen könnten, teilte die Zentralbank am Donnerstag mit. „China hat gar kein Interesse an einem schwachen Euro“, erklärte Marktstratege Heino Ruland von Ruland Research. „Denn ein schwacher Euro heizt nur die Wettbewerbsfähigkeit der Europäer an.“
Zu den größten Gewinnern im Dax zählten weiterhin die Aktien, die Anfang der Woche besonders unter Druck geraten waren. So stiegen Infineon um über drei Prozent, und auch die Stahlwerte Salzgitter und ThyssenKrupp setzten ihre Erholung vom Vorabend fort und stiegen um bis zu drei Prozent.
Die deutschen Finanzwerte tendierten uneinheitlich. Während Allianz und Münchener Rück je rund ein Prozent zulegten, gaben Commerzbank-Titel leicht nach. Aktien der Deutschen Bank notierten am Tag der Hauptversammlung mit 47,24 Euro nahezu unverändert. Vorstandschef Josef Ackermann betonte, die Stärkung der Kapitalbasis habe oberste Priorität. Die Aktien der Deutschen Börse stiegen um ein Prozent. Vorstandschef Reto Francioni sieht den Frankfurter Börsenbetreiber gestärkt aus der Finanzkrise hervorgehen.
Im MDax ragten nach einer Analystenempfehlung die Aktien des Holzverarbeiters Pfleiderer mit einem Plus von 3,4 Prozent auf 3,94 Euro hervor. Die Gründung eines Joint Ventures in Katar verhalf den Aktien von Hochtief zu einem Plus von gut einem Prozent.
In London zogen die BP-Aktien um drei Prozent an, nachdem der Ölmulti bei einem neuen Versuch zur Abdichtung des Öl-Lecks im Golf von Mexiko Fortschritte melden konnte. Dies verhalf auch den Aktien des in Zürich notierten Ölpattformbetreibers Transocean zu Kursgewinnen von 3,8 Prozent.
Reuters/lw




