Dieses tiefrote Milliardenminus drückt bei Volkswagen auf die Stimmung: Einen Fehlbetrag in Höhe von 5,8 Milliarden Euro nach Steuern musste der Konzern in den Monaten Juli bis September verbuchen, wie der Autohersteller am Donnerstag mitteilte. Vor allem eine milliardenschwere Porsche-Abschreibung, schwache Geschäfte in China und Kosten für den Konzernumbau belasten Deutschlands größten Autobauer. Welche Zahlen jetzt auch Hoffnung machen können.
+ 6,1 Prozent
Nach wie vor glänzend läuft es bei der Konzerntochter Škoda. Die Marke setzte in den ersten neun Monaten 812.415 Fahrzeuge ab, 6,1 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Kernmarke Volkswagen Pkw verlor dagegen 13,7 Prozent, Audi 11,4 Prozent und Porsche 16,0 Prozent. „Die Fahrzeuge kommen bei den Kunden an, die Designlinie ist gut und die Autos sind qualitativ überzeugend“, sagt der Automotive Consultant und Lehrbeauftragte der FHM Berlin, Frank Schwope, zu dieser Redaktion mit Blick auf die Gründe für die vergleichsweise guten Zahlen der Tschechen.
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Schwope überzeugt auch die Marge, die mit 8,3 Prozent in den ersten neun Monaten auf Premium-Niveau liege. „Das ist die Größenordnung, die Mercedes, BMW und Audi als Ziel ausgeben – acht bis zwölf Prozent. Diese Marken erreichen das derzeit aber nicht, während Škoda es schafft“, so der Fachmann. Ein Grund dafür dürften auch die niedrigeren Arbeitskosten in den Škoda-Werken sein.
+ 38,6 Prozent
Die Bestellungen für vollelektrische Modelle des Konzerns in Westeuropa legten in den ersten neun Monaten gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 38,6 Prozent zu. Auch die Auslieferungen stiegen um 11,7 Prozent. Das sei ein starkes Signal für die Nachfrage und zeige, dass Elektromobilität hier zunehmend angenommen werde, sagt Schwope. Insgesamt allerdings gingen die Auslieferungen vollelektrischer Fahrzeuge um 5,4 Prozent auf rund 679.000 zurück. Der Zuwachs in Europa konnte die Rückgänge vor allem in Nordamerika und Asien-Pazifik nicht ausgleichen.

Donnerstag
Wirtschaft in Berlin
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Der Konzern gehöre aber weltweit noch immer zu den fünf größten Anbietern von E‑Autos, so Schwope. Der Automobilkenner sieht aber nach wie vor Hausaufgaben für die Wolfsburger: „Die Kosten müssen sinken, und das Angebot muss stärker in kleinere Fahrzeugsegmente ausgeweitet werden“, so der Automobilexperte.
– 6,4 Milliarden Euro
Wegen niedriger Erwartungen an die künftige Entwicklung des Sport- und Geländewagenbauers Porsche muss der Konzern rund 6,4 Milliarden Euro abschreiben. Die Abschreibung ist kein unmittelbarer Geldabfluss und bedeutet nicht automatisch, dass Porsche als Unternehmen diesen Betrag an tatsächlichem Marktwert verloren hat, aber sie zeigt, dass Volkswagen die Annahmen bei den Stuttgartern deutlich runterschraubt.
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Dennoch glaubt Schwope, dass Porsche ein Unternehmen sei, das sich problemlos sanieren ließe. „Einen Luxus- oder Sportwagenhersteller wie Lamborghini, Ferrari oder Porsche kann man schneller und besser wieder in die Erfolgsspur bringen als eine Marke wie Seat, Renault oder Fiat“, sagt er. Porsche habe eine lange Tradition und gewisse Alleinstellungsmerkmale. „Die Marke ist bei vielen Menschen sehr beliebt und wird bewundert“, so der Experte.
4,4 Milliarden Euro
Auf diese Summe steigerte der Konzern in den ersten neun Monaten des Jahres die sogenannte Netto-Liquidität (Jan. bis Sep. 2025: 1,8 Milliarden Euro). Die Zahl ist jedoch nicht unbedingt Beleg für eine Trendwende. Vor allem verbesserte sich der Cashflow, weil Volkswagen deutlich weniger investierte. Aber gemeinsam mit einer Netto-Liquidität, die Ende September bei soliden 33 Milliarden Euro lag, zeigt die Zahl, dass Volkswagen weiterhin über finanziellen Spielraum für den Umbau und die Entwicklung neuer Fahrzeuge verfügt.
– 30,3 Prozent
In China steht Volkswagen weiter unter Druck. Die Auslieferungen des Konzerns in der Volksrepublik sanken in den ersten neun Monaten um 30,3 Prozent auf weniger als 1,4 Millionen Fahrzeuge. Der Rückgang lässt sich nicht ausschließlich an dem schrumpfenden Markt erklären, Volkswagen nennt ausdrücklich die hohe Wettbewerbsintensität. Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer sieht dennoch einen Strohhalm für die Deutschen und verweist auf die besser werdenden Wirtschaftsdaten in China.
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„Damit dürfte im zweiten Halbjahr 2027 eine Stabilisierung im Markt eintreten und die Bodenbildung erreicht sein. Es gilt also auszuharren“, sagt er dieser Redaktion. Es sei falsch, China abzuschreiben. Aber man müsse jetzt durch eine schwierige Zeit. Dudenhöffer zufolge müsse Volkswagen sein Geschäftsmodell grundlegend verändern. Entscheidend sei, die Produktion stärker zu automatisieren und neue Fertigungstechnologien wie Robotik und das sogenannte Giga-Casting einzusetzen. Zugleich müsse der Konzern die Entwicklung neuer Fahrzeuge stärker in China vorantreiben.








