Von der von Bundesbauministerin Verena Hubertz (SPD) geplanten Kürzung des Wohngelds wären insbesondere Rentner, Alleinerziehende und Kinder betroffen. Das ergibt eine Analyse des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), die dieser Redaktion vorab vorliegt. „Da das Wohngeld eine einkommensabhängige Leistung ist, sind ausnahmslos Haushalte mit geringem Einkommen von den Kürzungen betroffen“, warnt der DGB.

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In mehr als der Hälfte (51 Prozent) der Wohngeld-Haushalte leben Rentner; in 39 Prozent Kinder. Von den Wohngeld-Beziehern sind rund 130.000 alleinerziehend. Insgesamt sind laut DGB circa 1,1 Millionen Kinder von den Kürzungen betroffen. Etwa 400.000 Haushalte würden laut DGB ihren Anspruch auf Wohngeld durch die Kürzungen komplett verlieren.
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Und: Familien mit Kindern droht aufgrund der Kürzungen beim Wohngeld noch ein weiterer erheblicher Nachteil – nämlich der Verlust des Kinderzuschlags. Der wird nämlich nur gezahlt, wenn man keine Grundsicherung erhält. Fällt jedoch das Wohngeld weg, kann es sein, dass Familien doch in die Grundsicherung rutschen – und dann eben keinen Kinderzuschlag mehr bekommen. Laut DGB droht also durch die geplanten Kürzungen ein erhöhtes Armutsrisiko – für Kinder, Familien und Rentner.
Wohngeld: So viel würden Rentner und Familien tatsächlich verlieren
Das Wohngeld verhindert laut DGB derzeit, dass rund 357.000 Menschen zusätzlich unter die Armutsschwelle fallen. Ohne Wohngeld stiege die Armutsquote in Deutschland demnach von 16,1 auf 16,6 Prozent.
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Laut DGB‑Berechnung würde beispielsweise eine Rentnerin mit 1090 Euro Bruttorente und einer Miete in Höhe von 400 Euro nach Kürzung des Wohngeldanspruchs anstatt 237 Euro nur noch 168 Euro Wohngeld bekommen – 69 Euro weniger. Ein Paar mit zwei Kindern, das zusammen 3542 Euro Bruttoverdienst hat, würde derzeit noch 460 Euro Wohngeld bekommen bei einer Miete von 800 Euro. Nach den Kürzungen wären es dann nur noch 318 Euro, also 142 Euro weniger.
1400 Euro: Durchschnittliches Einkommen von Wohngeldempfängern nur knapp über Grundsicherung
Das durchschnittliche Nettoeinkommen von Haushalten, die Wohngeld beziehen, liegt bei rund 1400 Euro. Dies ist laut DGB nur knapp oberhalb des Grundsicherungsniveaus. Der durchschnittliche monatliche Wohngeldanspruch betrug Ende letzten Jahres 296 Euro.
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Hubertz plant, das Wohngeld drastisch zu kürzen. Eigentlich soll mit dieser staatlichen Unterstützung Haushalten mit geringem Einkommen geholfen werden. Doch ab dem 1. Januar 2027 soll ein Drittel weniger Haushalte Wohngeld erhalten. Zwischen 1,5 Milliarden Euro und zwei Milliarden Euro will die Bundesregierung so einsparen. Etwa 1,3 Millionen Haushalte haben laut Statistischem Bundesamt 2025 Wohngeld bezogen. Bisher hat der Bundesrat zu den Plänen seine Zustimmung verweigert und fordert Nachbesserungen.








