Steigende Heizkosten belasten viele Haushalte finanziell, insbesondere angesichts der hohen Heizölpreise. Wer weniger Heizöl verbrauchen möchte, muss dafür nicht unbedingt sofort Geld in eine neue Heizung oder eine große Sanierung investieren. Schon mit einigen einfachen Maßnahmen lässt sich der Energieverbrauch senken. Stefan Materne von der Energieberatung der Verbraucherzentrale erklärt, worauf es ankommt.

Heizkosten sparen: Nachts die Heizung herunterdrehen

Eine der einfachsten Maßnahmen kostet nichts: das Herunterdrehen der Heizung. „Dazu gehört, die Heiztemperaturen nachts abzusenken“, sagt Materne. Auch wer tagsüber länger nicht zu Hause ist, muss die Wohnung oder das Haus währenddessen nicht konstant bei wohligen 21 Grad halten.

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Wie weit man die Heizung herunterdrehen kann, hängt allerdings vom Gebäude ab. In einem gut gedämmten, neueren Haus kann die Heizung nachts oder bei längerer Abwesenheit weit heruntergedreht oder sogar komplett ausgeschaltet werden. „In einem sehr alten Gebäude sollte man dagegen vorsichtiger sein, insbesondere wenn man die Heizung über längere Zeit komplett ausschaltet“, sagt der Energieexperte. Dann kann es sinnvoll sein, mit einem Hygrometer die Luftfeuchtigkeit im Blick zu behalten. So lassen sich mögliche Feuchteprobleme früh erkennen.

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Heizung herunterdrehen: Ein Grad weniger spart Heizenergie

Auch bei der Raumtemperatur lässt sich einiges sparen. Schon ein Grad weniger kann einen Unterschied machen. „Eine einfache Faustregel lautet: Ein Grad weniger Raumtemperatur spart ungefähr sechs Prozent Heizenergie“, sagt Materne.

Donnerstag

Wirtschaft in Berlin

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Viele Berechnungen gingen von einer Raumtemperatur von 20 Grad Celsius aus. Bei seinen Beratungen messe der Energieexperte allerdings häufig deutlich höhere Temperaturen von 23 bis 26 Grad. Wer es zu Hause also besonders warm mag, zahlt dafür beim Heizen spürbar mehr. „Wenn die Raumtemperatur von 20 Grad auf 25 Grad gedreht wird, kommen wir schnell auf einen Mehrverbrauch von 30 Prozent“, sagt Materne.

Eine Frau dreht am Thermostat einer Heizung
Schon mit einfachen Tricks lässt sich der Verbrauch von Heizöl senken.© dpa | Hauke-Christian Dittrich

Energie sparen: Heizkurve richtig einstellen

Auch an der Heizungsanlage selbst lässt sich häufig etwas herausholen. Eine wichtige Stellschraube ist die sogenannte Heizkurve. Sie bestimmt, wie hoch die Vorlauftemperatur der Heizung bei unterschiedlichen Außentemperaturen sein muss. Wird es draußen kälter, erhöht die Anlage entsprechend die Temperatur des Heizwassers. Ist die Heizkurve zu hoch eingestellt, wird das Wasser stärker erwärmt als eigentlich nötig.

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„Wer sich damit auskennt oder einen Heizungsbauer hinzuzieht, kann prüfen, ob sich die Heizkurve so einstellen lässt, dass das Haus auch mit niedrigeren Heiztemperaturen ausreichend warm wird“, sagt Materne. Zwar kann es dann etwas länger dauern, bis die gewünschte Raumtemperatur erreicht ist, dafür verbraucht die Heizung aber weniger Energie.

Experte rät: Heizungsrohre und Armaturen dämmen

Auch bei den Heizungsrohren kann Wärme verloren gehen. Hausbesitzerinnen und Hausbesitzer sollten deshalb prüfen, ob die warmen Leitungen ausreichend gedämmt sind. „Auf alle warmen Leitungen gehören Dämmung und auf die Armaturen Dämmschalen“, sagt Materne.

Eigentlich sollte die Dämmung längst vorhanden sein. In der Praxis sehen die Beraterinnen und Berater der Verbraucherzentrale aber immer wieder Rohrleitungen und Armaturen, die gar nicht oder nur unzureichend gedämmt sind. Ein Blick in den Keller oder Technikraum kann sich deshalb lohnen. Gerade in unbeheizten Bereichen geht sonst Wärme verloren, die gar nicht in den Wohnräumen ankommt. Die Dämmung lässt sich laut Materne selbst anbringen und kostet vergleichsweise wenig.

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Smarte Thermostate: Nicht jede Automatik spart Energie

Smarte Thermostate können auch dabei helfen, Heizenergie zu sparen. Je nach Modell lassen sie sich so programmieren, dass die Temperatur zu bestimmten Zeiten automatisch abgesenkt wird. Andere können per App gesteuert werden. Wer etwa morgens aus dem Haus geht und erst am Abend zurückkommt, kann die Heizung unterwegs herunterdrehen, wenn er oder sie das beim Verlassen der Wohnung vergessen hat.

„Man sollte aber darauf achten, dass die Automatik nicht dazu führt, dass am Ende mehr geheizt wird“, so der Energieberater. „Wenn beispielsweise auf dem Heimweg automatisch die Heizung hochgeregelt wird, obwohl man vorher einfach die Heizung beim Nachhausekommen aufgedreht hätte, kann der Spareffekt schnell ausfallen oder gar zum Mehrverbrauch führen.“ Smarte Thermostate können deshalb vor allem dann sinnvoll sein, wenn sie im Alltag tatsächlich dabei helfen, unnötiges Heizen zu vermeiden. Dies hänge aber von dem einzelnen Verbraucher oder der einzelnen Verbraucherin ab.

Die wichtigsten Maßnahmen im Überblick

Wer Heizenergie sparen möchte, kann zunächst mit einfachen Schritten beginnen:

  • Raumtemperatur senken: Ein Grad weniger spart bei den Heizkosten
  • Nachts absenken: Die Heizung muss während der Schlafenszeit nicht auf voller Temperatur laufen
  • Bei Abwesenheit reduzieren: Wenn niemand zu Hause ist, kann die Temperatur je nach Gebäude abgesenkt werden
  • Heizkurve prüfen: Eine passend eingestellte Heizkurve kann helfen, mit niedrigeren Vorlauftemperaturen auszukommen
  • Rohrleitungen dämmen: Auch Armaturen sollten mit passenden Dämmschalen versehen sein
  • Smarte Thermostate richtig einstellen