Der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, warnt vor geplanten Herz-Kreislauf-Checks in dm-Drogeriemärkten. „Diagnostik hat in der Drogerie nichts verloren. Ich halte das für ausgemachten Blödsinn und teilweise sogar für gefährlich“, sagte Reinhardt unserer Redaktion. Die Drogeriekette will ihr Gesundheitsangebot ausweiten und nach eigenen Angaben noch in diesem Jahr Herz-Kreislauf-Checks in ihren Filialen anbieten. Dabei sollen mithilfe von Sensorik verschiedene Vitaldaten erfasst werden.

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Reinhardt kritisiert vor allem, dass Messwerte ohne ärztliches Anamnesegespräch nicht ausreichend eingeordnet werden könnten. „Wenn jemand einen Befund erhebt, ohne dass ein richtiges Anamnesegespräch stattfindet, und am Ende einen Befund für 15 oder 20 Euro bekommt, steht er damit allein da. Wer ordnet das Ergebnis ein? Das hat mit guter ärztlicher Versorgung nichts zu tun.“

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Individuelle Risikoeinschätzung beim Arzt unverzichtbar für Diagnose

Ein Arzt müsse für eine Risikoeinschätzung die persönliche Vorgeschichte und weitere Faktoren berücksichtigen. „Wenn ein 35-Jähriger zu mir kommt und sagt, sein Vater und Großvater hätten mit Anfang 50 einen Herzinfarkt gehabt, dann kann ich das mit seiner Vorgeschichte, seinen Beschwerden und weiteren Untersuchungen einordnen.“ Genau diese individuelle Bewertung fehle bei solchen Angeboten. „Das halte ich für eine Entprofessionalisierung.“

Auch wenn ein Check ein mögliches Risiko erkenne und anschließend zu einem Arztbesuch rate, sieht Reinhardt darin keinen Vorteil. „Der Patient kann auch gleich zum Arzt gehen, wenn er ein Risiko abklären möchte. Dafür braucht es keinen Umweg über die Drogerie.“

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dm bietet bereits andere Gesundheitsdienstleistungen an, darunter Haut- und Blutanalysen sowie Augenscreenings in ausgewählten Filialen. Gegen das Augenscreening läuft eine Klage der Wettbewerbszentrale.