Die Lage auf dem deutschen Arbeitsmarkt ist angespannt. Derzeit gibt es gut drei Millionen Arbeitslose hierzulande – Tendenz steigend. Und schon in den vergangenen beiden Jahren wurden immer mehr Angestellte entlassen. Zu diesem Schluss kommt der aktuelle Kündigungsreport 2026, den das Marktforschungsinstitut Bilendi im Auftrag des Softwareunternehmens HR Works durchgeführt hat und der dieser Zeitung vorab vorliegt.

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Wirtschaft in Berlin

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Für die Studie wurden mehr als 6000 Beschäftigte in Deutschland befragt. Demnach haben 30 Prozent der Arbeitnehmer in den vergangenen fünf Jahren mindestens eine berufliche Trennung erlebt. 16 Prozent kündigten selbst, bei 14 Prozent initiierte der Arbeitgeber die Trennung.

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Kündigung im Job: Das sind die häufigsten Gründe

Besonders auffällig: Der Anteil der Entlassungen steigt seit 2021 deutlich an. Fast die Hälfte der in der Studie erfassten Entlassungen (46 Prozent) entfällt auf die Jahre 2024 und 2025. Allein 2025 wurden 24 Prozent der Entlassungen ausgesprochen, 2024 waren es 22 Prozent. Zum Vergleich: Auf das Jahr 2023 entfielen 15 Prozent, auf 2022 lediglich 10 Prozent. Im Corona-Jahr 2021 lag der Anteil bei 19 Prozent.

Besonders oft wird betriebsbedingt gekündigt: 38 Prozent der Entlassenen geben an, dass ihnen diese als Erklärung genannt wurde. Im Jahr 2025 lag dieser Anteil sogar bei 43 Prozent. Dahinter folgen Stellenabbau (16 Prozent) sowie strategische Neuausrichtungen (7 Prozent). Personenbedingte Gründe spielen dagegen eine geringere Rolle. Im Detail: Die Leistung der Mitarbeitenden wurde in 12 Prozent der Fälle als Kündigungsgrund genannt, das zwischenmenschliche Verhalten ebenfalls in 12 Prozent. Immerhin jeder siebte Entlassene hat nach eigenen Angaben keine Begründung für seine Entlassung erhalten.

Kurz und empathielos: Warum Arbeitnehmer Kündigungsgespräche kritisieren

Und oft sind die Trennungsgespräche laut Studienteilnehmern kurz und schmerzlos – und unbefriedigend. Denn die Chefs nehmen sich kaum Zeit, um ihren Mitarbeitern die schlechte Nachricht zu überbringen. Demnach dauern 63 Prozent der Entlassungsgespräche nicht mehr als zehn Minuten. Zugleich werden viele Entlassungen nicht persönlich überbracht: Lediglich 59 Prozent der Betroffenen wurden in einem direkten persönlichen Gespräch gekündigt. 22 Prozent erhielten ihre Entlassung schriftlich. 11 Prozent wurde sie in einem digitalen Videogespräch mitgeteilt und 8 Prozent am Telefon.

Auffällig ist die wachsende Bedeutung von Künstlicher Intelligenz als Trennungsfaktor. 2021 lag der Anteil bei gut 1 Prozent, 2025 bereits bei rund 8 Prozent. Im Durchschnitt geben 6 Prozent aller Entlassenen an, ihre Stelle sei durch KI-Entwicklungen schlicht überflüssig geworden.

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Entlassungen: Kleine und mittlere Unternehmen besonders oft betroffen

Besonders schwierig ist die Lage in kleinen und mittleren Unternehmen: In Betrieben mit 101 bis 300 Beschäftigten wurden 21 Prozent der Befragten entlassen. In Unternehmen mit 51 bis 100 Mitarbeitenden liegt die Entlassungsquote sogar bei 25 Prozent. In Unternehmen mit mehr als 1000 Mitarbeitenden erlebten hingegen 11 Prozent der Befragten eine arbeitgeberseitige Trennung in den vergangenen fünf Jahren.

Das Gefühl, abgewickelt zu werden, frustet die Entlassenen. Während noch 64 Prozent angeben, es für angemessen zu halten, im persönlichen Gespräch gekündigt zu werden, sind es per schriftlicher Kündigung nur noch 34 Prozent. Am schlechtesten schneiden telefonische Entlassungen ab: Nur 28 Prozent derjenigen, die am Telefon von ihrer Kündigung erfahren, halten dieses Format für angemessen.

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Zudem gaben nur 42 Prozent der Gekündigten an, dass sie die Gründe für ihre Entlassung nachvollziehen können. Und auch an Dialog mangelt es aus Sicht vieler Betroffener: Nur ein Drittel kann die eigene Sicht darstellen. Und weniger als die Hälfte (45 Prozent) sagte rückblickend, dass respektvoll mit ihnen umgegangen worden sei. Nur 28 Prozent bewerten die Gesprächsführung als empathisch; nur 37 Prozent empfinden das Verhalten ihrer Vorgesetzten im Kündigungsgespräch als wertschätzend.