129 Tonnen Gold, das ist kein Pappenstiel. Schon gar nicht, wenn man sie über den Atlantik verfrachten muss. Die Banque de France, die französische Notenbank, hat diesen Restbestand an Goldreserven in den USA nach Paris repatriiert, wie sie nun mitteilte.

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Der Transport per Schiff oder Flugzeug über den Atlantik ist allerdings wegen des Gewichts und des hohen Werts keine leichte Sache. Deutschland, mit insgesamt 3352 Tonnen zweitgrößter Goldbesitzer der Welt hinter den USA, diskutiert seit Langem über das beste Vorgehen. Auch sicherheitspolitisch: Schließlich will man es sich mit den amerikanischen Nato-Partnern nicht verderben.
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Frankreich modernisiert Goldreserven durch Verkauf in den USA
Frankreich, internationale Gold-Nummer vier mit 2437 Tonnen, hat gegenüber den Amerikanern weniger Gewissensbisse. Das ändert nichts an den kolossalen Rückholkosten. Der Gouverneur der Banque de France, François Villeroy de Galhau, wollte aber eine sauber bereinigte Goldrechnung hinterlassen, bevor er im Sommer nach zwölf Amtsjahren in Rente gehen wird. Im Juli 2025 begann er deshalb in aller Stille, die letzten 129 Tonnen französischen Goldes in New York nach und nach zu verkaufen. Im Januar, also sechs Monate später, hatte er die letzte Tonne Gold in den USA abgesetzt. Mit dem Erlös kaufte er in Europa ganz einfach neues Gold. Das ersparte den Transfer über den Atlantik.
Das Vorgehen hatte mehrere Vorteile. Die teils uralten französischen Goldbarren in den USA entsprachen nicht alle dem heute gültigen LBMA-Standard. Der Kauf von neu gegossenen Barren in Europa ermöglichte die Modernisierung des gesamten nationalen Goldbestands.
Frankreich verlagert gesamte Goldreserve zurück ins eigene Land
Unter dem Strich behält Frankreich eine Goldreserve von 2437 Tonnen. Aber sie liegt nun zu 100 Prozent in französischen Panzerschränken. Und da Villeroy de Galhau den richtigen Zeitpunkt für den Verkauf wie auch für den Neukauf des Goldes wählte, resultiert für den gewieften Bankgouverneur angesichts der Kurshausse ein hübscher Gewinn von 12,8 Milliarden Euro. Schade nur, dass das Geld nicht in den hoch verschuldeten Staatshaushalt Frankreichs fließen kann: Es verbessert die Jahresrechnung der Banque de France.
Die französische Notenbank lässt die Welt wissen, die Rückholoperation habe ihre Gründe nicht in der aktuellen Weltlage. Anders gesagt: Frankreich hole sein Gold nicht wegen der unvorhersehbaren Politik des US-Präsidenten Donald Trump in den sicheren Hafen zurück. Denn die Operation laufe schon seit Juli 2025.
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Was aber auch stimmt: Frankreich ist seit jeher auf seine Unabhängigkeit gegenüber Onkel Sam erpicht. Diese Haltung geht bis auf Charles de Gaulle zurück. Der erste Präsident der Fünften Republik holte ab 1960 französisches Gold aus den USA nach Hause. Auch damals deklamierte de Gaulle mit der Hand auf der Brust, er habe es mit dem Goldrückzug nicht auf den Dollar und die US-dominierte Weltfinanz abgesehen. Präsident Emmanuel Macron würde entsprechende amerikanische Verdächtigungen ebenfalls weit von sich weisen, falls er gefragt würde.
Deutsches Gold lagert weiterhin zu einem Drittel in New York
Und das deutsche Gold? Auch Deutschland ringt mit dieser Frage seit Jahrzehnten. Denn mit 1236 Tonnen lagern noch immer rund 37 Prozent der Reserven in New York. Der Grund liegt in der Nachkriegszeit: In den 1950er- und 1960er-Jahren exportierte Deutschland mehr Güter in die USA als umgekehrt. Die dafür erhaltenen US-Dollar tauschte die Bundesbank gegen von der US-Regierung garantiertes Gold – und ließ es gleich vor Ort.
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Zweifel daran gibt es schon lange. Immer wieder wurde diskutiert, ob die Bestände nicht besser in Frankfurt liegen sollten – aus Sicherheitsgründen, aber auch als Ausdruck staatlicher Souveränität. 2017 zog die Bundesbank Konsequenzen und holte einen Teil zurück. Seither liegt mit 1710 Tonnen mehr als die Hälfte in den Tresoren in Frankfurt. Die restlichen 405 Tonnen sind in London eingelagert.
Doch die Grundsatzfrage bleibt. Befürworter einer vollständigen Rückholung argumentieren, in einer zunehmend unsicheren Welt müsse ein Staat jederzeit direkten Zugriff auf seine Reserven haben. Bundesbankpräsident Joachim Nagel hingegen sah bislang dafür keinen Anlass. „Ich zweifele nicht daran, dass unser Gold bei der Fed in New York sicher aufbewahrt ist“, sagte Nagel zum Beispiel im Januar der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. So bleibt Deutschland – anders als Frankreich – vorerst bei seiner Linie.










