Wer von Wien aus eine Flugreise antritt, kann sich den Gepäckstress sparen – zumindest wenn man mit der Flughafenbahn zum österreichischen Hauptstadtflughafen anreist. Denn die City Airport Train (CAT) bietet einen Service an, der die Gepäckabgabe erleichtert. Mitten in der Stadt gelegen, einen Kilometer vom Stephansdom entfernt, betreibt die CAT eine Station, bei der man in einem Zeitfenster zwischen 24 Stunden und 75 Minuten vor Abflug sein Gepäck loswerden kann. Der Prozess ist einfach, man druckt sich einen Gepäckanhänger vor Ort aus und gibt das Gepäck anschließend auf. In Empfang nimmt man es erst wieder am Flughafen – aber nicht in Wien, sondern am Zielort der Flugreise.

CAT Wien City check in Koffer Wien
Den Koffer in der Innenstadt loswerden: In Wien ist das möglich.© CAT | Haeuser

Eine ganze Reihe von Fluggesellschaften, darunter zahlreiche Töchterfirmen der Lufthansa Group, etwa die Lufthansa-Kernmarke, aber auch Austrian Airlines, Eurowings oder Swiss, beteiligen sich an dieser Kooperation, die Gepäckabgabe ist für die Reisenden kostenlos.

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Deutsche Bahn: Airlines fordern einfachere Gepäckabgabe

Vom Wiener Bahnhof Mitte bis zum Flughafen dauert es mit den grünen CAT-Zügen gerade einmal 16 Minuten. Doch im Kleinen funktioniert dort, was sich die deutschen Fluggesellschaften im Großen in Deutschland wünschen: Das Gepäck schon am Bahnhof abgeben, mit dem Zug zum Flughafen, ohne viel Geschleppe und Hektik einchecken und den Sicherheitscheck absolvieren und erst am Zielort den eigenen Koffer wieder in Empfang nehmen.

„Viele Gäste wünschen sich einen komfortableren Umgang mit Gepäck. Ideal wäre, dass man in Hamburg oder Köln am Bahnhof das Gepäck eincheckt und es dann erst am Zielort des Fluges wieder in Empfang nimmt“, hatte unlängst Jens Ritter, Chef der deutschen Lufthansa-Kernmarke, im Interview mit dieser Redaktion gefordert. Und auch der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Fluggesellschaften (BDF), Condor-Chef Peter Gerber, hatte gegenüber dieser Redaktion betont: „Es wäre sehr viel attraktiver, wenn ich mein Gepäck am Bahnhof aufgeben könnte und es direkt beim Flughafen verladen werden würde, ohne dass ich mich als Passagier darum noch kümmern muss.“

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Deutsche Bahn: Verkehrsminister Schnieder unterstützt neue Gepäck-Pläne

Rückenwind erhalten die beiden Airlines-Chefs nun von Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder. „Ein gemeinsamer Gepäcktransfer von Bahn und Airline ist eine hervorragende Idee und eine wunderbare Aufgabe, die die Bahn mit den Fluggesellschaften angehen sollten“, sagte der CDU-Politiker dieser Redaktion. „In anderen Ländern gibt es das längst. Und es ist äußerst bequem, sein Gepäck in der Stadt aufzugeben und erst am Zielort wieder in Empfang zu nehmen“, führte Schnieder aus.

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Deutlich weniger euphorisch klingt die Deutsche Bahn, gefragt nach den Plänen. Zwar sei man grundsätzlich immer offen für Vorschläge, wie die Reiseketten komfortabler gestaltet werden können, sagte eine Bahnsprecherin dieser Redaktion. „Allerdings ist eine Gepäckaufgabe bereits am Bahnhof mit immensen Herausforderungen verbunden.“ Um was für „immense Herausforderungen“ es sich dabei konkret handelt, wollte die Bahn auf Nachfrage nicht näher spezifizieren.

Mit Zug zum Flug Airbus A330 Flugzeug der Lufthansa und ICE der Bahn am Flughafen Frankfurt in Deutschland
Mit dem Zug zum Flughafen: 2024 nutzten eine halbe Million Menschen Rail&Fly in Deutschland.© picture alliance / Markus Mainka | Markus Mainka

Deutsche Bahn: Gepäckaufgabe wäre mit Herausforderungen verbunden

Wobei einige Herausforderungen auf der Hand liegen. Das fängt schon damit an, wer für die Organisation des Gepäcktransfers vor Ort zuständig wäre – die Bahn oder doch die jeweilige Airline selbst? Eine Frage, an der das Projekt grundsätzlich aber nicht scheitern solle, wie Ritter betont hatte: „Darauf kommt es für den Kunden nicht an. Wir arbeiten mit der Bahn auch an diesem Thema.“

Auch finanziell wäre es eine Herausforderung. Zum einen müsste die Infrastruktur für solche Abgabestationen geschaffen werden, auch müsste geklärt werden, wo das Gepäck im Zug transportiert wird. Zum anderen würden sich Haftungsfragen stellen, wenn doch etwas schiefläuft. Gerade in diesem Punkt sehen die Fluggesellschaften ohnehin Nachholbedarf bei der Bahn. „Man hat im Gegensatz zu Zubringerflügen keine Versicherung, wenn man seinen Flug aufgrund von Verspätung verpasst. Dann bleibt man auf den Kosten für den verpassten Flug sitzen. Würde die Bahn die Kosten übernehmen, wäre es für Kunden attraktiver“, hatte Fluggesellschaften-Präsident Gerber gesagt.

Deutsche Bahn setzt bei Rail&Fly verstärkt neue Züge ein

Die Kooperation von der Deutschen Bahn mit Fluggesellschaften, Rail&Fly genannt, ist keineswegs neu. Seit mehr als 20 Jahren arbeitet die Bahn etwa mit der Lufthansa zusammen. Im Jahr 2022 trat die Bahn sogar dem Luftfahrt-Bündnis Star Alliance bei – als erstes Schienenunternehmen überhaupt. Eng ist vor allem die Kooperation der Bahn mit der Lufthansa, Lufthansa Express Rail genannt. So können in mittlerweile 28 deutschen Städten Kunden ein kombiniertes Ticket nutzen und von dort mit dem Zug als Zubringer zum größten deutschen Flughafen in Frankfurt am Main, dem Heimatflughafen der Kranich-Airline, reisen. Damit seien mehr als doppelt so viele Städte per Lufthansa Express Rail angebunden als von der Lufthansa per Inlandsflug, teilte die Bahnsprecherin mit.

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Und auch bei der Gepäckabgabe gebe es mittlerweile Annehmlichkeiten. Zwar wird man seinen Koffer nicht schon am Bahnhof los, dafür würden für die Kooperation mit der Lufthansa vorrangig Züge der neusten Generation eingesetzt werden, die größere Gepäckfächer hätten, so die Bahnsprecherin. Und am Frankfurter Flughafen selbst könnten Bahnreisende schon direkt am Air-Rail-Center am Fernbahnhof ihr Gepäck einchecken. Auch bei der Rückkehr aus dem Ausland würden die Koffer prioritär ans Gepäckband geliefert, um die Umstiege in den Zug zu ermöglichen.