Die Lufthansa investiert massiv in das Flugerlebnis an Bord – quer durch alle Klassen. „Wir statten alle Kurzstreckenflugzeuge mit Internet an Bord aus, wir bieten auf Kurz- und Langstrecke kostenloses Messaging über den Wolken“, kündigte Lufthansa-Airlines-Chef Jens Ritter gegenüber dieser Redaktion an. In Economy und Business Class würden zudem USB-Anschlüsse an jedem Sitzplatz installiert, ergänzt durch größere Handgepäckfächer, „damit mehr Platz entsteht für die Koffer in der Kabine“.

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Auf der Langstrecke setzt der Konzern auf das neue Kabinenkonzept ‚Allegris‘, das inzwischen schrittweise ausgerollt wird.

Vorstellung von Lufthansa Allegris
Sitze der Economy Class während der Vorstellung von Lufthansa „Allegris“ in einem Airbus A350-900.© picture alliance/dpa | Peter Kneffel

Lufthansa: Den Fünf-Sterne-Status hat die Airline verloren

Bis Ende 2028 soll ‚Allegris‘ in nahezu allen Langstreckenflugzeugen angekommen sein. Sogar der Airbus A380, der Ende des Jahrzehnts ausgemustert werden soll, erhält noch ein Update. „Auch der Airbus A380 erhält neue Business-Class Sitze, alle direkt vom Gang aus erreichbar.“ Parallel arbeite man am gesamten Bordprodukt: „Darüber hinaus planen wir einen komplett neuen Langstreckenservice mit neuem Menü, neuem Geschirr, neuen Decken und Kissen in allen Klassen.“

Diese Modernisierung ist für Lufthansa auch ein Schritt, die frühere Spitzenposition im globalen Wettbewerb zurückzuerobern. Seit Mai 2022 trägt die Airline nur noch vier statt fünf Skytrax-Sterne. Ritter betonte aber, dass interne Maßstäbe wichtiger seien als externe Auszeichnungen. „Wichtig ist für uns, dass unsere Gäste zufrieden sind. Das steht im Fokus“, sagte er. Beim Service und bei der Qualität habe man „enorme Fortschritte gemacht“. Ob die Verbesserungen reichen, um den fünften Stern zurückzuholen, bleibt offen: „Ob es dann irgendwann wieder zu einem fünften Stern reicht, wird man sehen.“

Jens Ritter CEO der Deutsche Lufthansa AG im Interview und im szenischen Porträt
Lufthansa-Airlines-Chef Jens Ritter: Wieder eine Fünf-Sterne-Airline zu werden, steht nicht im Vordergrund.© Marcus Kaufhold | Marcus Kaufhold

Lufthansa: Chef Jens Ritter sagt, wann Passagiere jetzt am Airport sein sollen

Auch am Boden zeigt die Airline Veränderungen. Laut Ritter geht digitales Einchecken und Kofferabgeben „einfacher und schneller“, 90 Prozent der Economy-Passagiere und etwa die Hälfte in der Business Class nutzten die digitalen Prozesse bereits. Die Abläufe an den Sicherheitskontrollen in Frankfurt und München seien deutlich schneller geworden: „Dank neuester Technik gibt es an unseren beiden Drehkreuzen kaum noch Wartezeiten.“

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Ob Passagiere weiterhin zwei bis drei Stunden vor Abflug am Flughafen sein sollten, ließ Ritter hingegen offen. „Das ist pauschal schwer zu sagen“, sagte er. Faktoren wie Reiseziel, Tageszeit und Ferienbeginn spielten eine Rolle. Grundsätzlich sei es „für den entspannten Reisestart kein Fehler“, rechtzeitig am Flughafen zu sein. Gleichzeitig ermögliche die verbesserte Infrastruktur, dass viele Kunden wieder „mit etwas weniger Zeit zwischen Ankunft am Flughafen und Boarding planen“.

Lufthansa: Neue Kabine „Allegris“ setze neue Maßstäbe, so Ritter

Mit Blick auf den Wettbewerb zeigt sich Ritter kämpferisch. Mit ‚Allegris‘ und dem Service der Crew müsse sich die Lufthansa vor niemandem verstecken. Die Kritik, Lufthansa gehöre international nicht zu den Innovationsführern, wies der Lufthansa-Airlines-Chef zurück: „Mit ‚Allegris‘ setzen wir weltweit Maßstäbe. Das hat keine andere Airline.“

Donnerstag

Wirtschaft in Berlin

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Die Nachfrage nach hochwertigen Reiseklassen sei ungebrochen. „Unsere First-, Business- und Premium Economy sind fast immer ausgebucht.“ Doch auch in der Economy arbeite man an Verbesserungen. So sollten Passagiere dort bald auf vielen Strecken zwischen drei Essen wählen können.