An der Spitze der Deutschen Bahn steht eine Frau, die anpacken will. Evelyn Palla krempelt nicht nur die Konzernzentrale um und verschlankt das Management, reduziert die Bürokratie. Auch beim Endlos-Projekt Stuttgart 21 will sie hart durchgreifen, intern aufklären, warum sich die Fertigstellung des Bahnhofs immer und immer wieder verzögert. Das ist gut so.

Donnerstag
Wirtschaft in Berlin
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Die 52-Jährige hatte mit ihrem Start als Bahnchefin einen kompletten Neuanfang angekündigt. Schaut man auf ihre Agenda, dürfte das bei vielen Bahngästen eine regelrechte Aufbruchstimmung erzeugen. Endlich ist da eine, der man abkauft, dass sie selbst Bahn fährt. Eine, die nicht nur eine Lok führen kann, sondern einen ganzen Konzern aus der Krise.
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Schon bald, sagt Palla, sollen Fahrgäste eine Besserung spüren. Sie verspricht mehr Pünktlichkeit, mehr Sicherheit, mehr Sauberkeit. Letzteres versteht sie offenbar als Chefinnensache: Wie sie in einem Interview mit der „Bild am Sonntag“ sagte, wischt sie die Wasserspritzer am Waschbecken der Bahntoilette selbst weg. Hebt Papier, das am Boden liegt, auf. Oder regelt direkt mit dem Zugchef, wenn einem Fahrgast die Temperatur nicht passt.

Natürlich darf Palla sich nicht in so einem Klein-Klein verlieren. Aber dass die neue Bahn-Chefin den Umbau ernst meint, ist glaubwürdig. Dass sie die richtigen Voraussetzungen dafür mitbringt, unstrittig. Doch wer so großspurig auftritt, muss auch liefern. Sonst sind nicht nur die Bahnkundinnen und -kunden am Ende enttäuscht – es wackelt auch ihr Posten. Das wäre auch deshalb schade, weil ihr als erste Frau in dieser Position Historisches gelingen könnte.






