Nach der umstrittenen Einladung von AfD-Abgeordneten zu einem Parlamentarischen Abend es Verbands der Familienunternehmer in Berlin schlägt die Debatte in der Wirtschaft weiter Wellen. Rossmann-Chef Raoul Roßmann nimmt den Konkurrenten dm im Streit um den Umgang mit der AfD in Schutz und kritisiert die Instrumentalisierung des Rossmann-Austritts.

Donnerstag
Wirtschaft in Berlin
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„Ich möchte an dieser Stelle betonen, dass ich zutiefst bedauere, wie unser Austritt aus dem Verband der Familienunternehmer instrumentalisiert wurde, um auch die aufrechte Haltung von dir, Christoph (Werner, d. Red.), und von dm zu verunglimpfen“, sagte der 40 Jahre alte Unternehmer in einem Gespräch mit dm-Chef Christoph Werner in der Wochenzeitung „Die Zeit“.
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Einladung zur AfD sorgt für Austritte
Der Verband hatte im Oktober zu einem Parlamentarischen Abend in Berlin erstmals auch Vertreter der AfD eingeladen. Präsidentin Marie-Christine Ostermann äußerte, das „Kontaktverbot“ zu AfD-Bundestagsabgeordneten sei aufgehoben.
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Nach scharfer Kritik und dem Austritt namhafter Mitgliedsfirmen wie Rossmann, Vorwerk und Fritz-Kola wurde diese Position zurückgenommen. Die Einladung von AfD-Abgeordneten habe sich als Fehler herausgestellt. Die Drogeriekette dm hatte in der Debatte betont, die politische Auseinandersetzung müsse über Inhalte geführt werden, nicht über Ausgrenzung und Diffamierung.
Shitstorm gegen dm – Warnung vor Boykott
„Ich habe sehr viele Zuschriften bekommen, unsere Social-Media-Kanäle wurden mit Kritik regelrecht überhäuft. Es wurde mir und dem Unternehmen eine Parteinahme für die AfD unterstellt“, berichtete Werner. Er halte es für problematisch, wenn in öffentlichen Debatten mit „Verleumdung, Beschämungen und Boykottaufrufen“ gearbeitet werde.
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Dieser Meinung schloss sich Roßmann an: „Die Debatte wurde auf die Formel verkürzt: Rossmann gegen dm. Das ärgert mich, weil unser Verhältnis geprägt ist von gegenseitiger Wertschätzung.“
Roßmann gegen AfD-Wirtschaftskurs
Gleichzeitig machte Roßmann seine Haltung gegenüber der AfD deutlich: „Wir dürfen aber auch nicht naiv sein. Die AfD wird nicht gewählt, weil ihr Wirtschaftsprogramm formidabel wäre. Im Gegenteil, es wäre in vielerlei Hinsicht eine Katastrophe für den Standort.“
Es gehe ihm nicht nur um die wirtschaftliche Perspektive. Die Brandmauer stehe für ihn dafür, dass sich die demokratischen Parteien entschieden haben, nicht mit extremistischen Kräften zusammenzuarbeiten. „Und das halte ich auch aus historischen Gründen für richtig, weil es um die Grundlagen unserer Demokratie geht. Ich bin nicht nur Unternehmer, sondern Bürger dieses Landes. Meine Verantwortung endet nicht an der Tür der Rossmann-Filiale.“
ra/dpa







