Für manche Anleger mit dem kleinen Goldbarren im Safe oder dem goldigen Familienschmuck im Schrank war der Preissturz beim Edelmetall wohl ein Schock. Innerhalb von zwei Tagen verlor Gold acht Prozent an Wert. Auch der Silberpreis rutschte in die Tiefe. Beide Preise bewegten sich zuvor auf einem Rekordniveau. Mit 4380 Euro für die Unze Feingold, also gut 31 Gramm, war Gold so teuer wie noch nie. Und auch der Silberpreis erreichte mit 54 Euro pro Unze ein Allzeithoch.
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Der Absturz hat mehrere Gründe. In den vergangenen acht Wochen ging es mit dem Goldpreis mit einem Plus von 30 Prozent steil bergauf. Das Goldhandelsunternehmen pro aurum spricht von einer beispiellosen Rally. „Anschließend folgt die überfällige Gegenbewegung: Gewinnmitnahmen, technische Verkäufe und eine allgemeine Marktnervosität führten zu den schärfsten Tagesverlusten seit 2013“, erläutert Sprecher Benjamin Summa.
Gold: Preis für das Edelmetall hält sich trotz Korrektur noch auf Spitzenniveau
Die Digitalisierung verstärkt Preistrends. Automatisierte Handelssysteme kaufen oder verkaufen Edelmetalle oder auch Aktien, wenn bestimmte Marktentwicklungen einsetzen. So entsteht schnell eine gleichlaufende Welle, die für größere Ausschläge sorgt. Das hat beim kürzlichen Preissturz Experten zufolge auch eine Rolle gespielt. Inzwischen hat sich der Goldpreis wieder stabilisiert und hält sich mit über 4000 Euro pro Unze noch immer auf einem Spitzenniveau.
Ein weitere Anlass für die Verkaufswelle ist die leichte Entspannung bei geopolitischen Konflikten, etwa der Waffenruhe in Gaza. Gold gilt als sicherer Hafen in Krisenzeiten. Je schlechter die Lage, desto größer die Nachfrage. Insofern ist eine Prognose der weiteren Entwicklung kaum verlässlich möglich. Das Handelshaus pro aurum bleibt aber auf längere Sicht optimistisch. „Die fundamentalen Faktoren, die den Aufwärtstrend der Edelmetalle stützen, sind unverändert“, sagt Summa. Dazu zählen die hohen Schuldenstände weltweit, geopolitische Spannungen, das fehlende Vertrauen in die bisherigen Leitwährungen sowie Goldkäufe durch Zentralbanken. Letztere haben allein im vergangenen Jahr laut World Gold Council 1000 Tonnen davon erworben.
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Gold: Mit einer Unsicherheit müssen Anleger leben – Experte hat wichtigen Rat
Doch wenn sich all diese Faktoren wieder deutlich abschwächen, kann auch ein tieferen Absturz des Preise folgen. Mit dieser Unsicherheit müssen Anleger leben. Ob sich ein Einstieg jetzt noch lohnt, ist folglich keineswegs sicher. Für Mutige hat Summa einen Tip: „Mit einem Goldsparplan lässt sich über längere Zeiträume ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Hoch- und Tiefkursen erzielen – das ist eine solide Strategie für langfristigen Vermögensschutz.“
Gold bezieht seinen Wert vor allem dank seiner Seltenheit. Nur ein kleiner Teil des Edelmetalls wird von der Industrie verbraucht. Mehr als 90 Prozent werden entweder zu Schmuck verarbeitet oder als Wertanlage gelagert. Das unterscheidet Gold auch von Silber. Die Industrie benötigt das preisweitere Edelmetall für viele Produkte. Silber ist derzeit auch physisch knapp geworden. Das hat den Preisauftrieb beschleunigt. Hier rechnen Experten mit einem noch anhaltenden Aufwärtstrend.








