Eine saftige Preiserhöhung wäre Bahnfahrern angesichts der vielen Missstände im Fernverkehr nicht zu vermitteln. Das hat die neue Bahnchefin Evelyn Palla wohl eingesehen und verzichtet auf die sonst übliche Verteuerung der Tickets. In der Vergangenheit war die Preispolitik oft nicht so zurückhaltend. Gerade die treuesten Kunden wurden dann am stärksten zur Kasse gebeten.

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Wirtschaft in Berlin
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Doch gerade diese Kunden, die mit den kostspieligen Flextickets unterwegs sind, haben sich angesichts der geringen Zuverlässigkeit des Bahnverkehrs zurückgezogen. Zurückholen kann Palla sie nur, wenn die Qualität der Zugreisen wieder akzeptabel ist. Und das wird dauern. Stabile Preise bewirken vielleicht, dass sich nicht noch mehr Fahrgäste nach einem besseren Transportmittel umschauen.
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Allerdings drängt sich die Frage auf, wie der Fernverkehr wirtschaftlich wieder aus der Verlustzone kommen soll, wenn die Kosten stärker steigen als die Einnahmen. Das legt die Vermutung nahe, dass an anderen Stellen, etwa bei Angebot an Zügen der Rotstift angesetzt wird. Naturgemäß werden derlei Botschaften nicht besonders aktiv in der Öffentlichkeit verbreitet.

Abgesehen von dieser Unsicherheit scheint Palla auf dem richtigen Weg zu sein. Mehr Orientierung an den Wünschen der Kunden, mehr Qualität dort, wo es schnell umsetzbar ist, weniger Bürokratie und kürzere Entscheidungswege. So kann zumindest auf längere Sicht der Koloss Deutsche Bahn zu einem effizienten Dienstleister im Fernverkehr und den anderen Sparten des Konzerns werden. Im Regionalverkehr, den sie in den letzten Jahren führte, hat sie schon gezeigt, wie gut es laufen kann. Hoffentlich gelingt es ihr auch auf dem großen Feld, das oft vorherrschende Besitzstandsdenken durch eine Aufbruchstimmung zu ersetzen.





