Die Deutsche Bahn sorgt mitunter auch für positive Nachrichten. So verzichtet der Konzern auf die sonst im Dezember übliche Erhöhung der Ticketpreise. „Auch die Einstiegspreise für die Spar- und Flexpreise und auch die Preise für die Bahncards werden nicht steigen“, versichert Bahn-Sprecher Achim Stauss. Die Entscheidung der neuen Bahnchefin Evelyn Palla kommt überraschend. Zuvor war eher über eine deutliche Anhebung der Ticketpreise um bis zu zehn Prozent spekuliert worden. Denn die Kosten im Fernverkehr steigen für das Unternehmen durch höhere Trassenpreise stark an.

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Doch Palla will die Kunden nicht vergraulen. „Wenn jetzt Fahrgäste auf andere Verkehrsmittel umsteigen würden, wäre das nicht nur schlecht für die wirtschaftliche Lage der DB, sondern auch schlecht für die Umwelt“, begründet Stauss die Entscheidung. Mit stabilen Preisen wolle die Bahn ein Zeichen setzen. „Denn gerade in diesem Jahr sind viele Züge ausgebremst worden durch den schlechten Zustand des Schienennetzes“, so der Sprecher, „und viele Fahrgäste mussten längere Wege in Kauf nehmen, weil es kurzfristige Baustellen gab.

Bahn hält Ticketpreise stabil: Unklar bleibt, wie man aus den roten Zahlen fahren will

Der Fernverkehr steckt in den roten Zahlen. Mit stabilen Preisen wird sich die Lage nicht eben bessern. Wie sich die wirtschaftliche Lage der Sparte verbessern kann, bleibt zunächst offen. Im Gespräch war dafür unter anderem eine Ausdünnung des Verkehrsangebots. Gerade in Randzeiten bleiben Fernzüge oft leer und fahren Verluste ein.

Der Verzicht liegt ganz auf der Linie von Verkehrsminister Patrick Schnieder (CDU), der ie Bahn sicherer, pünktlicher und sauberer machen will. „Qualität ist Chefinnensache“, kündigte Palla bei ihrem Aufstieg zur Vorstandsvorsitzenden an. Da hat sie noch eine Menge zu tun. Gerade die Pünktlichkeitswerte sind miserabel. 

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Schnieder hat mit seinen Personalentscheidungen viel Bewegung in den Konzern gebracht. Eine weitere wichtige steht einem Bericht des „Tagesspiegels“ zufolge bevor. Der Minister will den Chefposten im Aufsichtsrat der für die Infrastruktur zuständigen Bahntochter InfraGO demnach mit einem externen Manager besetzen. Damit entzöge er die gemeinwohlorientierte Sparte dem direkten Zugriff des Konzernvorstands, der diese Position derzeit noch besetzt.

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Die Wettbewerber begrüßen diesen Wechsel. „Die geplante Entscheidung ist ein überfälliger Schritt für mehr Fairness, Unabhängigkeit und Kontrolle im Schienennetz“, sagt der Chef des Verbands Die Güterbahnen, Peter Westenberger. Er fordert darüber hinaus gehend die Kündigung des Ergebnisabführungsvertrages zwischen InfraGO und DB AG. So könnte sichergestellt werden, dass Überschüssen aus dem Netzbetrieb auch für die Infrastruktur ausgegeben werden.

Neue Bahn-Strategie wird vorgestellt
Evelyn Palla ist die neue Chefin der Deutschen Bahn.© Andreas Gora/dpa | Andreas Gora

An anderer Stelle hat Bahnchefin Palla einen wichtigen Posten neu besetzt. Die bisherige Kommunikationschefin Nicole Mommsen musste weichen. Neuer Konzernsprecher ist Jens-Oliver Voß, der seit 2005 für die Bahn arbeitet. „Der Neustart der Bahn ist auch eine kommunikative Aufgabe“, betont Palla, die sich weniger Bürokratie, schnellere Entscheidungen und mehr Orientierung am Kunden auf die Fahnen geschrieben hat.