Die Vertragsauflösung des Bahnchefs kommt nicht überraschend. Vor allem in der Union hatte Richard Lutz keine Freunde mehr. Es gibt auch gute Gründe für diesen Schnitt. Die Deutsche Bahn steckt unter seiner Leitung tief in der Krise. Das ist allerdings nicht alleine seine Verantwortung.

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Wirtschaft in Berlin
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Der Staat hat die Bahn im wahrsten Wortsinn kaputtgespart. Aber Lutz hat es unter anderem versäumt, die sich abzeichnende Misere in der Infrastruktur rechtzeitig zu verdeutlichen und die Folgen zu skizzieren. Stattdessen gab es immer wieder Zusagen, dass bald alles besser werden würde. Doch das Gegenteil war der Fall. So ging das Vertrauen, nicht nur der Kunden, sondern auch der Politik in die Konzernführung verloren. Ein Fußballtrainer hätte schon längst seinen Hut nehmen müssen.
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Daraus lässt sich allerdings nicht schließen, dass mit einem Personalwechsel im Vorstand über Nacht alles besser wird. Die Deutsche Bahn ist ein vom Kurs abgekommener Tanker. Es dauert lange, bis eine Kurskorrektur die erhoffte Wirkung zeigen kann. Der Anfang ist schon gemacht. Mit Unterstützung des früheren Verkehrsministers Volker Wissing hat Lutz die Sanierung eingeleitet und dafür erstmals auch die nötigen Milliardenbeträge vom Bund bekommen. Es ist durchaus möglich, dass Lutz damit der notwendige Modernisierungsschub gelungen wäre. Diese Zeit wird ihm jedoch nicht mehr eingeräumt.

Wissings Amtsnachfolger Patrick Schnieder (CDU) will auch einen stärkeren Einfluss auf das Staatsunternehmen ausüben. Mit Spannung wird nun seine Bahnstrategie erwartet. Ende September will er sie vorstellen. Ob dann schon ein Nachfolger für den scheidenden Bahnchef bereitsteht, ist offen. Es gibt nicht viele Manager, die für diesen Job infrage kommen, zur öffentlichen Person werden wollen und mit Politikern streiten können. Denn nebenbei muss der oder die Neue auch noch gute Zahlen liefern.





