Die Kupferkabel führen in Millionen deutsche Haushalte: Viele Jahre lang hat Deutschland auf den DSL-Anschluss und dessen Weiterentwicklung VDSL gesetzt. Doch die Glasfasertechnologie löst mehr und mehr die Kupferkabel ab. Glasfaser bietet höhere Bandbreiten, ist weniger störungsanfällig und hat nur geringe Signalverluste. Geht es nach den Plänen der EU-Kommission, dann soll bis 2030 flächendeckend Glasfaser installiert sein.

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Wirtschaft in Berlin
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Mit Blick auf Deutschland ist das ein – womöglich zu – ehrgeiziges Vorhaben. Die jetzige Anschlussfähigkeit liegt gerade einmal bei 50 Prozent – bedeutet: Nur jeder zweite Haushalt nutzt Glasfaser oder könnte die Nutzung mit wenig Aufwand realisieren. „Bis zum Ende der Legislaturperiode wollen wir die 70 Prozent knacken“, sagte Digitalminister Karsten Wildberger (CDU) dieser Redaktion. Das Ende der Legislaturperiode wäre, sofern alles normal läuft, im Jahr 2029.

DSL abschalten? Digitalminister hat dazu eine klare Meinung
DSL einfach abschalten will Wildberger aber auf gar keinen Fall. „Es ist sicher nicht der richtige Weg, einfach nur abzuschalten. Das haben wir in der Vergangenheit zu oft gemacht“, sagte der Digitalminister und frühere Chef des Media-Markt- und Saturn-Konzerns Ceconomy. „Wir müssen mal wieder etwas anschalten.“ Genau das mache man jetzt mit dem Glasfasernetz.
Allerdings wies Wildberger auch darauf hin, dass lediglich jeder vierte Kunde Glasfaser auch tatsächlich wähle, wenn es ihm angeboten werde. Hier wolle man besser werden.
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Wildberger zu Kritik: „Wenn am Ende alle glücklich sind, hat man wahrscheinlich nicht viel gemacht“
Kritik am Breitbandausbau kam zuletzt aus der Wohnungswirtschaft. Mehrere Verbände fürchteten Rechtsstreitigkeiten und teure Ausbaumaßnahmen. Er nehme die Kritik ernst, versicherte Wildberger. „Aber wir müssen in diesem Land auch lernen, Prioritäten zu setzen, auch wenn es nicht allen passt. Wenn man etwas macht und alle sind am Ende glücklich, hat man wahrscheinlich nicht viel gemacht.“
Er schaue darauf, was das richtige Ergebnis sei und welchen Weg man dahin nehmen müsse. „Der Weg zum Tor ist nicht immer eine Gerade“, sagte der Digitalminister.

Auch Netzagentur-Chef hatte zuletzt Abschaltung abgelehnt
Bereits im Mai hatte der Präsident der Bundesnetzagentur, Klaus Müller, gegenüber dieser Redaktion versichert, dass die Abschaltung des DSL-Anschlusses derzeit nicht anstehe: „Die Menschen sollen freiwillig wechseln, und es wird niemand ohne Anschluss dastehen.“
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Zuvor hatte ein Impulspapier der Netzagentur für Wirbel gesorgt, das einen dreistufigen Prozess vorgesehen hat. Zunächst solle es einen freiwilligen Wechsel geben. Erst wenn ausreichend Haushalte auf Glasfaser umgestiegen seien, könne der Netzbetreiber anschließend einen Plan zur Abschaltung des Kupfernetztes bei der Netzagentur einreichen. Darin müssten auch alternative Zugangsprodukte und Kündigungsfristen der Kunden berücksichtigt werden. Für jedes Gebiet werde die Netzagentur einzeln nach Prüfung in einem solchen Fall eine Entscheidung treffen und dabei auch die Bedingungen für den Wechsel festlegen.
Erst wenn diese Schritte erfüllt seien, könne das Netz tatsächlich abgeschaltet werden.





