Es ist eine alltägliche Frage: „Sammeln Sie Treuepunkte?“ oder „Nutzen Sie unsere App?“ Im Supermarkt fragen das Verkäufer oft an der Kasse. Denn viele Discounter bieten eigene Apps an. Sie versprechen, mit denen würden die Leute beim Einkaufen Geld sparen.

Donnerstag

Wirtschaft in Berlin

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Laut einer 2024 durchgeführten Umfrage des Handelsforschungsinstituts IFH haben viele Kunden vier oder mehr verschiedene Einkaufs-Apps auf dem Handy, nutzen aber nicht alle regelmäßig. Am weitesten verbreitet sind die Apps der Lebensmittelhändler. Mehr als die Hälfte der angemeldeten Kunden nutzen die Apps mehrmals wöchentlich, ein Drittel mehrmals im Monat.

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Verbraucherschützer: Supermärkte informieren zu wenig über Datenverwendung

Laut Verbraucherschützern bringen diese aber nicht viel. Vielmehr kritisieren sie die Aktionen, für die Rewe, Lidl oder Kaufland ihre Apps bewerben. Demnach würden die Supermärkte zu wenig darüber informieren, dass die Kunden bei den Apps auch mit ihren Daten bezahlen. Denn wenn man die App nutzt und Punkte sammelt, gibt man den Ketten nützliche Infos etwa über das eigene Kaufverhalten weiter, mit denen Nutzer individuelle Angebote bekommen.

Am Dienstag verhandelt nun das Oberlandesgericht Stuttgart über eine Klage gegen die „Lidl Plus“-App. Nach Ansicht des Verbraucherzentrale Bundesverbands informiert der Discounter die Nutzer nicht ausreichend darüber, dass sie die App-Rabatte mit ihren Daten bezahlten. Anlass, sich die Apps einmal genauer anzusehen:

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So viel spart man bei der Nutzung der Apps wirklich

Fachleute haben diese Bonusprogramme getestet und herausgefunden, dass man bei der App-Nutzung nur wenig spart. So hat das Preisvergleichsportal Smhaggle die Bonusprogramme der Händler verglichen. Dafür wurden zwischen Januar und März 2025 rund 1,26 Millionen Kassenbons ausgewertet. Das Ergebnis: Bei der Nutzung der Programme der verschiedenen Händler sparen Kunden wenig. 

Mit der Kaufland Card konnten Kunden im ersten Quartal im Schnitt 2,29 Prozent ihrer Gesamtausgaben im Lebensmitteleinzelhandel und den Drogerien sparen. Bei 100 Euro sind dies also lediglich 2,29 Euro. Bei anderen Ketten fällt die Ersparnis noch geringer aus. Bei Rewe Bonus waren es lediglich 0,82 Prozent, in der Penny-App 0,75 Prozent.

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„Durch den gezielten Einkauf von Aktionsangeboten und den regelmäßigen Wechsel des Händlers kann man bequemer und deutlich mehr sparen als mit einem einzelnen oder mehreren Bonusprogrammen“, sagt Smhaggle-Geschäftsführer Sven Reuter. Wer gezielt Produkte im Angebot kaufe, könne im Schnitt 30 Prozent sparen.

Inzwischen verwenden viele Menschen Treue-Apps von Lebensmittelhändlern, um sich Rabatte zu sichern, wie eine YouGov-Umfrage zeigt. Fast jeder Vierte nutzt sie hingegen nicht und will dies auch künftig nicht machen. Am häufigsten wird kritisiert, dass persönliche Daten übermittelt werden und das Kaufverhalten analysiert wird. Uneinigkeit gibt es, wenn es darum geht, dass nur registrierte Kunden Rabatte erhalten. 41 Prozent finden das gut, 40 Prozent nicht. 

jst/dpa