Fraglos müssen Lösungen für ein gutes Miteinander von Mobilitätsbedürfnissen und den Möglichkeiten dazu entwickelt werden. Autofreie, oder weitgehend vom Individualverkehr befreite Zonen gehören dazu. Doch einfach nur verbieten, privat Auto zu fahren und das Fahrzeug vor der Haustür zu parken, wird den Problemen der Städte und ihrer Bewohner nicht gerecht. Genau darauf läuft der in Berlin geplante Volksentscheid hinaus, sofern sich dafür eine Mehrheit findet.

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Andere Städte wie Paris, London oder Gent werden gerne als positive Vorbilder für eine menschlichere Gestaltung der Städte genannt. Dort wohnen aber auch weitaus weniger Menschen in den gesperrten Gebieten. In Berlin wären mehr als eine Million Menschen betroffen, sollte die autofreie Innenstadt durchgesetzt werden. Dazu kommen noch die vielen Pendler, für die es derzeit gar kein ausreichendes Angebot an öffentlichen Verkehrsmitteln gibt. 

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Wolfgang Mulke, Wirtschaftskorrespondent© privat | Privat

Eine autofreie Innenstadt kann nur mit Akzeptanz gelingen

Das Volksbegehren polarisiert, was nicht weiterhilft. Denn der Konflikt zwischen den Raumbedürfnissen der Autofahrer, denen der örtlichen Wirtschaft und denen der Menschen insgesamt kann auch anders gelöst werden: durch Überzeugung. Es ließe sich beispielsweise in einem Modellbezirk einmal ausprobieren, wie autofrei die Stadt sein kann. Auf vergleichsweise kleinem Raum ließen sich einige Verwerfungen vermeiden, etwa durch ein besseres Angebot an öffentlichen Verkehrsmitteln, durch Ausweichmanöver beim Parken jenseits der Sperrzone oder auch unerwartete wirtschaftliche Nachteile. 

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Ist so ein Vorzeige-Quartier erst einmal entwickelt und das Modell sorgt für eine bessere Lebens- und Umweltqualität, wird es Akzeptanz und Nachzügler finden. Die autofreie Stadt könnte so ein positives Image gewinnen, statt als Drohung daherzukommen.