Wer sich dieser Tage mit Grillfleisch eindecken will, dem dürften beim Blick auf die Preise in den Supermärkten die Augen tränen: Fleisch, besonders vom Rind, ist teuer geworden. Bis zu 30 Euro das Kilogramm, je nach Qualität und Haltungsform. Viel Geld für ausufernde Tierprotein-Partys zwischen Rosenheim und Kiel.

Donnerstag
Wirtschaft in Berlin
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Das liegt einerseits an gestiegenen Erzeugerpreisen. Wie der „Tagesspiegel“ schreibt, sei laut Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) der Schlachtpreis für Jungbullen etwa von rund 5,80 Euro auf 7,15 Euro das Kilogramm Warmgewicht gestiegen.
Preis für Fleisch steigt: Produktion wird teurer
Auch die „Bild“ berichtet: Gestiegene Fleischpreise seien das Ergebnis höherer Kosten entlang der gesamten Lieferkette: Futtermittel, Energie und Personal schlügen stärker zu Buche als noch vor fünf Jahren, wie das Blatt von der Landwirtschaftskammer erfahren hat. Die Preise für Getreide und Soja, zusätzlich verteuert durch Dürre und Ernteausfälle, gäben die landwirtschaftlichen Betriebe an die Schlachthöfe weiter – und den Handel und damit zu den Endkunden.
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Dazu kommt laut BMEL, dass der Rinderbestand in den vergangenen fünf Jahren in Deutschland um gut zehn Prozent gesunken ist. Nun habe die Nachfrage aber erstmals wieder zugenommen, heißt es im „Jahresbericht über Schlachtvieh und Fleisch 2024“. Demnach sei auch weltweit Rindfleisch eher knapp verfügbar gewesen und wurde entsprechend „mit kräftigen Preisaufschlägen am Weltmarkt gehandelt“.
Damit setzt sich im Jahr 2025 ein Trend fort: In den letzten zehn Jahren sind die Rindfleischpreise in Deutschland gestiegen. 2015 lag der Durchschnittspreis für Jungbullen bei etwa 3,80 Euro pro Kilogramm Schlachtgewicht. Bis 2024 stieg dieser auf 5,05 Euro, was das zweithöchste Niveau seit der Wiedervereinigung darstellt.

Fleischpreise: Handel treibt die Kosten für Verbraucher
Dazu kommt andererseits: Der Lebensmitteleinzelhandel hat in Deutschland einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf die Preise. Durch die Konzentration auf wenige große Anbieter wie Edeka, Rewe, Aldi und Lidl, die zusammen über 75 Prozent des Marktes kontrollieren, verfügen diese über erhebliche Verhandlungsmacht gegenüber Produzenten und Lieferanten.
Sie können damit Preisgestaltung, Sortimentspolitik und Verbraucherwahl maßgeblich mitbestimmen, schreibt die Umweltschutzorganisation Greenpeace in ihrem Fleischreport.
Derlei Vorwürfe weist der Handelsverband Berlin-Brandenburg indessen zurück. Im „extrem wettbewerbsorientierten Lebensmitteleinzelhandel“ könne sich niemand erlauben, unnötig hohe Preise zu verlangen, teilte man dem „Tagesspiegel“ dazu mit.
Solche Marktmanipulation riefe zudem Kartellbehörde und Staatsanwaltschaft auf den Plan. Stattdessen verweist auch der Handelsverband auf die gestiegenen Produktionskosten, angetrieben von „anhaltend hohen Energiepreisen“ und teuren Futtermitteln.
Wird Fleisch nochmal günstiger?
Echte Besserung scheint dabei nicht in Sicht. Der Deutsche Bauernverband rechnet für 2025 mit mindestens konstantem bis steigendem Preisniveau bei Rindfleisch. Die Nachfrage bleibe hoch, gleichzeitig sei eine „Ausweitung der Rindfleischproduktion aufgrund struktureller Herausforderungen wie hoher Produktionskosten, schwieriger Produktionsbedingungen und Arbeitskräftemangel unrealistisch“, schreibt der Bauernverband in seinem Marktbericht.








